Der Irankrieg hat nach Auffassung von US-Präsident Donald Trump bereits zu einem Regimewechsel im Iran geführt. Die Regierung in Teheran sei
„eine ganze andere Gruppe von Leuten“, sagte der US-Präsident vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. „Daher
würde ich das als Regimewechsel betrachten.“
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf
den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und
weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Chameneis Sohn Modschtaba
Chamenei hat danach die Macht im Land übernommen. Trotz der Verluste in den
eigenen Machtreihen wächst in der Regierung in Teheran jedoch die Überzeugung,
aus diesem Krieg sogar politisch gestärkt hervorgehen zu können. Über Modschtaba Chamenei sagte Trump, er „mag zwar noch leben, aber er ist offensichtlich in sehr ernsten Schwierigkeiten. Er ist schwer verletzt.“
Ein Machtwechsel im Iran gilt als eines der wichtigsten postulierten Ziele der Vereinigten
Staaten.
In seiner ersten Videobotschaft zu Beginn der Angriffe auf
den Iran hatte Trump die Iraner aufgerufen, die Führung des Landes in die Hand
zu nehmen. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung“, hatte
der US-Präsident die 90 Millionen Menschen im Iran aufgefordert. Vertreter der
US-Regierung wie Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio hatten
einen Regierungswechsel im Iran dagegen als nachrangiges Ziel beschrieben.
Trump sieht Fortschritte bei indirekten Gesprächen mit dem Iran
Trump äußerte sich auch zu laufenden indirekten Verhandlungen
mit dem Iran. Der US-Präsident zeigte sich optimistisch, bald eine Waffenruhe
schließen zu können. „Ich denke, wir werden ein Abkommen mit ihnen
schließen, ich bin mir fast sicher“, sagte er in einem kurzen Interview mit der Financial Times. Später sagte er an Bord der Air Force One, der Iran habe „den meisten“
der 15 Punkte des US-Plans für ein Kriegsende zugestimmt. Gleichzeitig schloss Trump
ein Scheitern der Verhandlungen nicht aus. Der pakistanische Außenminister
Ishaq Dar hatte zuvor baldige direkte Gespräche zwischen dem Iran und den USA angekündigt.
Laut Trump soll der Iran zugestimmt haben, 20 mit Öl beladenen
Schiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus zu erlauben. Die Schiffe würden
an diesem Montagmorgen starten. Es handle sich um ein „Zeichen des Respekts“
der iranischen Regierung. Sie hätte den USA „ein Geschenk“ gemacht, zitierte der US-Sender CNN Trump. Laut New York Times seien das Ziel der Schiffe und wem sie gehörten noch unklar.
Trump erwägt Einnahme der iranischen Insel Charg
Laut Financial Times erwägt Trump eine Einnahme der für den
iranischen Ölhandel strategisch wichtigen Insel Charg im Persischen Golf. “Am
liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen“, sagte Trump im Interview mit der Zeitung. „Vielleicht nehmen wir Charg ein, vielleicht
auch nicht. Wir haben viele Optionen.“ Laut Trump wäre eine Einnahme der
Insel „sehr leicht“, würde aber einen längeren Aufenthalt von US-Truppen mit
sich ziehen.
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