USA und Iran: Atomgespräche zwischen USA und Iran vorerst beendet

Die erste Runde der aktuellen Gespräche zwischen Vertretern der US-Regierung und der iranischen Führung im Oman ist beendet worden. Im Mittelpunkt steht das iranische Atomprogramm. „Es war ein guter Anfang“, sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi dem iranischen Staatsfernsehen. „In einer sehr angenehmen Atmosphäre haben wir Argumente ausgetauscht und die Perspektiven mit jeweils der anderen Seite geteilt.“ Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, die Gespräche fortzusetzen.

Die Delegationen beider Staaten kehren nach den indirekten Verhandlungen unter Vermittlung des Gastgeberlandes Oman nun für Konsultationen in ihre Länder zurück, berichteten iranische Staatsmedien. Außenamtssprecher Ismail Baghai schrieb auf X, die Entscheidung über weitere Verhandlungsrunden werde in Abstimmung mit den jeweiligen Regierungen getroffen.

Omans Außenminister Badr al-Busaidi bezeichnete die Gespräche auf X als „sehr ernst“. Ziel der Vermittlung sei es gewesen, die Positionen beider Seiten zu klären und mögliche Ansatzpunkte für Fortschritte zu identifizieren. Die Gespräche seien hilfreich gewesen, hieß es. Aus den USA gab es nach dem Treffen zunächst keine Reaktion.

Sorge vor militärischer Eskalation

Nach Angaben des Außenministeriums des Oman traf sich al-Busaidi in der omanischen Hauptstadt Maskat jeweils separat mit Araghtschi sowie der US-Delegation um den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump. Bereits im vergangenen Jahr hatten beide Länder über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass die iranische Führung ihre Urananreicherung vollständig einstellt. Auch damals war der Oman bereits Gastgeber von Gesprächen.

Zuletzt war die Sorge vor einem neuen Krieg gewachsen. Trump hatte dem iranischen Regime mehrfach mit Militärschlägen gedroht – auch wegen der blutigen Niederschlagung von landesweiten, regimekritischen Protesten. Dabei sollen tausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Aus Sicht der US-Regierung muss in den Gesprächen nicht nur das Atomprogramm thematisiert werden. Auch über die Reichweite ballistischer Raketen des Iran, die Unterstützung für terroristische Organisationen – wie die Hisbollah oder die Huthi-Miliz – und der Umgang mit dem iranischen Volk seien wichtige Themen.

Iranische Opposition sieht Verhandlungen kritisch

Irans Regime um den obersten Führer Ajatollah Chamenei ist nach eigener Darstellung zu einer Begrenzung seines Atomprogramms bereit. Eine vollständige Aufgabe des Programms gilt jedoch als rote Linie. Auch Verhandlungen über das heimische Raketenprogramm schloss die Führung kategorisch aus. Von den Gesprächen erhofft sie sich unter anderem eine Aufhebung oder Lockerung der harten Sanktionen. 

Viele Iranerinnen und Iraner, die gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik demonstriert hatten, sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fürchten, dass neue Gespräche die Position der Regierung stärken.

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