Die USA haben Medienberichten zufolge einen Friedensplan vorgelegt. Teheran reagiert mit Spott. Zugleich verstärkt das US-Militär seine Präsenz im Nahen Osten. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
06:45 Uhr – Was steht im 15-Punkte-Plan der USA?
Die US-Regierung hat den Machthabern in Teheran einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet. Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, berichteten US-Medien wie das Portal „Axios“ und die „New York Times“. Was fordern die USA?
Die USA fordern in ihrem 15-Punkte-Plan dem Vernehmen nach unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms, einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen sowie eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Zudem solle der Iran seinen Bestand an bereits angereichertem Uran abgeben – und damit Befürchtungen entkräften, die Islamisten in Teheran könnten eines Tages Atomwaffen in ihre Hände bekommen. Im Gegenzug sollen die harten Sanktionen gegen den Iran gelockert werden, wie etwa das „Wall Street Journal“ berichtete.
06:30 Uhr – USA verlegen Tausende Fallschirmjäger in den Nahen Osten
Das US-Verteidigungsministerium wird Insidern zufolge Tausende Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten verlegen. Es sei keine Entscheidung gefallen, die Fallschirmjäger im Iran einzusetzen, sagte eine von insgesamt zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Sie sollten zunächst die Kapazitäten für mögliche künftige Einsätze erhöhen. Laut „New York Times“ sollen 2000 Soldaten der 82. Luftlandedivision der Armee entsendet worden sein.
Die Verlegung folgt auf die Entsendung Tausender Marineinfanteristen und Seeleute an Bord des Kriegsschiffs USS „Boxer“ und weiterer Schiffe in der vergangenen Woche.
06:03 Uhr – Iranisches Militär verspottet Trumps Aussagen zu möglichen Gesprächen
Ein Sprecher des iranischen Militärs hat US-Bemühungen um ein Waffenruheabkommen verspottet und erklärt, die Amerikaner verhandelten lediglich mit sich selbst. Ebrahim Solfaghari, Sprecher des zentralen Hauptquartiers „Chatam Al-Anbija“, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt, äußerte sich in einem vorab aufgezeichneten Video, das im Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde. „Sind Ihre internen Konflikte so weit eskaliert, dass Sie mit sich selbst verhandeln?“, fragte er spöttisch. „Unser erstes und letztes Wort war von Anfang an dasselbe und wird es auch bleiben: Jemand wie wir wird sich niemals mit jemandem wie Ihnen einigen“, sagte Solfaghari. „Nicht jetzt, niemals.“
05:30 Uhr – Katholischer Friedensforscher hält Iran-Angriff für nicht legitim
Der militärische Angriff der USA und Israels auf den Iran ist nach Einschätzung eines katholischen Friedensforschers sowohl völkerrechtlich als auch ethisch nicht gerechtfertigt. „Aus beiden Perspektiven ist dieser Krieg nicht legitim“, sagte der Leiter des Hamburger Instituts für Theologie und Frieden, Christian Braun, der „Neuen Kirchenzeitung“. Die Einrichtung wird von der Katholischen Militärseelsorge getragen.
05:01 Uhr – Berichte über US-Friedensplan treiben Börsen in Asien an
Die Hoffnung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat die asiatischen Börsen beflügelt. Berichte über einen 15-Punkte-Plan Washingtons für eine einmonatige Feuerpause sorgten für Kauflaune bei Anlegern. „Der Markt handelt im Moment nach Schlagzeilen“, sagte Kerry Craig, Marktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Melbourne. Es bleibe jedoch unklar, ob es zu materiellen Fortschritten bei einer Waffenruhe komme.
Die japanische Börse führte die Gewinne an: Der Nikkei-Index legte 2,5 Prozent auf 53.534,20 Punkte zu. In Südkorea stieg der Kospi um zwei Prozent, der australische Leitindex gewann ebenfalls rund zwei Prozent. Die chinesischen Märkte zeigten sich fester – der Shanghai Composite legte 0,9 Prozent auf 3.915,49 Punkte zu.
04:30 Uhr – Demokraten erzwingen erneut Abstimmung zum Krieg
Die Demokraten im US-Senat haben erneut eine Abstimmung zum Krieg im Nahen Osten erzwungen. Die Positionen blieben jedoch unverändert. Wie schon bei zwei ähnlichen Vorstößen zuvor kam eine angestrebte Resolution zu den Kriegsbefugnissen nicht voran. Sie scheiterte mit 47 zu 53 Stimmen. Die Resolution hätte Trump verpflichtet, vor weiteren Angriffen auf den Iran die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Erneut war Senator Rand Paul aus Kentucky der einzige Republikaner, der dafür stimmte, während Senator John Fetterman aus Pennsylvania der einzige Demokrat war, der dagegen votierte.
04:22 Uhr – Irak gewährt schiitischen Milizen Handlungsspielräume
Die irakische Regierung hat schiitischen Milizen und anderen Mitgliedern der Sicherheitskräfte im Falle von Angriffen das Recht auf Selbstverteidigung zugesprochen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Iraq News Agency. Die staatlich anerkannten, überwiegend schiitischen Milizen, bekannt als Volksmobilisierungskräfte (PMF), haben sich zu einer mächtigen politischen Gruppierung innerhalb des Irak entwickelt. Sie geben an, bei Angriffen der USA ins Visier genommen worden zu sein, nachdem sie selbst Einrichtungen angegriffen hatten, die mit den Vereinigten Staaten im Irak in Verbindung stehen.
03:14 Uhr – Israels UN-Botschafter: Keine Beteiligung an Iran-Gesprächen
Israel ist nach Angaben seines Botschafters bei den Vereinten Nationen nicht an Gesprächen mit dem Iran beteiligt. Danny Danon sagte, soweit er wisse, sei Israel nicht Teil der angeblich für später in dieser Woche in Pakistan geplanten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. „Während wir hier sprechen, greifen Israel und die USA weiterhin militärische Ziele im Iran an, und wir werden das auch weiterhin tun“, sagte er vor UN-Reportern. Er erklärte, die Angriffe hätten „viel erreicht“, aber noch nicht alles.
02:16 Uhr – Treibstofflager am Flughafen Kuwait nach Drohnenangriff in Brand
Am internationalen Flughafen von Kuwait ist bei einem Drohnenangriff ein Treibstofflager getroffen worden und in Brand geraten. Ersten Erkenntnissen zufolge halte sich der Schaden in Grenzen und es gebe keine Verletzten, teilte die Regierung auf der Plattform X mit. Notfallpläne und Feuerwehr seien sofort aktiviert worden, hieß es unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde. Alle relevanten Kräfte seien am Flughafen am Rande von Kuwait-Stadt im Einsatz.
01:34 Uhr – Staatsmedien melden sechs Tote bei israelischen Angriffen in Sidon
Bei israelischen Angriffen in dem Gebiet Sidon im Süden des Libanon sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf das Dorf Adloun getötet worden, berichtete NNA. Weitere zwei Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh getötet worden.
Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort „Infrastruktur der terroristischen Hisbollah“ an, erklärte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst Telegram.
00:51 Uhr – Israelische Armee startet neue Angriffswelle auf Teheran
Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe visierten „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ an, erklärte die israelische Armee im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte die Armee mehrmals neue Raketensalven des Iran auf Israel gemeldet.
00:24 Uhr – US-Militär: 290 Soldaten im Iran-Krieg verwundet
Im Iran-Krieg sind bislang 290 US-Soldaten verletzt worden. Das teilte der Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs (Centcom), Tim Hawkins, mit. Von den Verwundeten seien 255 wieder in den Dienst zurückgekehrt, 35 blieben derzeit außer Gefecht. Zehn Soldaten seien schwer verletzt worden. Seit der letzten Aktualisierung am 16. März ist die Gesamtzahl der Verwundeten um 90 gestiegen. Dreizehn US-Soldaten sind im Verlauf des Krieges im Kampfeinsatz gefallen.
Dienstag, 24. März
23:09 Uhr – Ölpreis fällt wieder unter 100 Dollar
Die Ölpreise sind nach erneuten Ankündigungen von Verhandlungen mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Mai lag nach den Trump-Äußerungen leicht darunter und gab damit innerhalb weniger Minuten um knapp vier Prozent nach.
Während des seit mehreren Wochen andauernden Kriegs war der Preis bereits kurzzeitig fast auf 120 Dollar geklettert. Vor Beginn des Konflikts hatte er noch mehrere Monate lang zwischen 60 und 70 Dollar gelegen.
22:22 Uhr – Macron fordert vom Iran Ende der regionalen Angriffe
Der französische Präsident Emmanuel Macron fordert den Iran nach einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Massud Peseschkian auf, die Angriffe auf Länder in der Region zu beenden. Zudem ruft er das Land zu ernsthaften Verhandlungen auf. Es sei absolut notwendig, die inakzeptablen Angriffe zu stoppen, die Energie- und zivile Infrastruktur zu schützen und die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus wiederherzustellen, teilt Macron auf der Plattform X mit.
22:10 Uhr – Israels Militärsprecher: Im Schnitt zehn iranische Raketen pro Tag
Der Iran feuert laut dem israelischen Militär durchschnittlich zehn Raketen pro Tag auf Israel ab. Armeesprecher Effie Defrin sagte in einer Fernsehansprache, an den ersten beiden Tagen des Krieges seien es noch Dutzende Raketen gewesen, die Zahl sei aber „schnell gesunken“. Defrin führte das auf erfolgreiche israelische Angriffe auf iranische Militäreinrichtungen, Raketenabschussvorrichtungen und Produktionsstätten zurück.
22:04 Uhr – Medien: USA legen Iran 15-Punkte-Plan vor
Die USA haben Medienberichten zufolge dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges geschickt. Dies melden die US-Zeitung „New York Times“ unter Berufung auf zwei Insider und der israelische Sender Channel 12 mit Verweis auf drei namentlich nicht genannte Personen.
21:39 Uhr – Iranischer Außenminister lobt Steinmeier für Kritik am Krieg
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für dessen Kritik am Iran-Krieg gelobt. Araghtschi erklärte auf X, Steinmeier gebühre Anerkennung dafür, „dass er die Verstöße gegen die Iraner verurteilt hat“. Wer Rechtsstaatlichkeit schätze, sollte ebenfalls seine Stimme erheben.
21:38 Uhr – Erstes chinesisches Frachtschiff nutzt iranischen Korridor
Ein chinesisches Frachtschiff hat einen vom Iran eingerichteten, angeblich sicheren Korridor in der Straße von Hormus durchquert. Wie nun ausgewertete Transponderdaten zeigten, schloss das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff „Newvoyager“, das einem Unternehmen in der Provinz Anhui gehört, die Fahrt durch die Passage zwischen den Inseln Larak und Keschm am Montag ab. Laut dem chinesischen Wirtschaftsmagazin „Caixin“ ist es das erste Containerschiff in chinesischem Besitz, das den gebührenpflichtigen Korridor genutzt hat.
21:21 Uhr – Trump spricht von Vertrauensgeste der Iraner
US-Präsident Trump beharrt weiter auf einem angeblichen Verhandlungswillen der Iraner im Krieg mit den USA und Israel. Die Menschen im Iran, mit denen sich die US-Regierung nach Angaben Trumps in Gesprächen befindet, hätten ein Geschenk übermittelt, das zeige, „dass wir mit den richtigen Leuten sprechen“.
21:05 Uhr – Erneut Geschoss auf Gelände von iranischem AKW eingeschlagen
Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr ist nach Angaben aus Teheran erneut ein Geschoss eingeschlagen. Die iranische Atomenergieorganisation teilte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit, niemand sei verletzt worden. Es habe auch keine Schäden an der Anlage des Kraftwerks gegeben.
Am Dienstag vergangenen Woche war bereits ein Projektil auf dem Kraftwerksgelände eingeschlagen. Auch damals blieb die Anlage unbeschädigt.
21:01 Uhr – Iranische Raketen treffen Wohnhaus in Israel
Beim Einschlag iranischer Raketen in ein Wohnhaus sollen in Israel mindestens sieben Menschen verletzt worden sein. Die vor Ort in Bnei Brak östlich von Tel Aviv tätigen Rettungsdienste teilten mit, ein Mann sei bei dem Angriff mittelschwer verletzt worden, sechs weitere Menschen, darunter ein siebenjähriger Junge und eine 80-jährige Frau, hätten leichte Verletzungen erlitten. Aufnahmen, die von den Rettungsdiensten veröffentlicht wurden, zeigten schwerste Schäden an dem Gebäude.
dpa/AFP/Reuters/ll/sebe/jmr/lay/ceb/kami/säd/jra
Source: welt.de