Für eine ungewöhnliche Sperre des Luftraums über der US-Stadt El Paso an der Grenze zu Mexiko ist offenbar der Einsatz einer Lasertechnologie zur Abwehr von Drohnen verantwortlich. Das berichten die Nachrichtenagenturen AP und Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Demnach hat das US-Verteidigungsministerium der Grenzschutzbehörde CBP gestattet, Anti-Drohnen-Laser zu testen, um mit ihnen künftig Drohnen mexikanischer Drogenkartelle abzuschießen.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte am Mittwoch den Luftraum um den internationalen Flughafen von El Paso für zehn Tage gesperrt, die Sperre jedoch nach sieben Stunden wieder aufgehoben. Als Begründung für die Maßnahme nannte die FAA lediglich „besondere Sicherheitsgründe“, die sie nicht weiter ausführte.
Später berichteten Medien unter Berufung auf US-Regierungskreise, der Schritt sei unternommen worden, weil angeblich Drohnen mexikanischer Kartelle in den Luftraum eingedrungen seien. Die Drohnen seien anschließend unschädlich gemacht worden, es bestehe keine Gefahr für den Flugverkehr. Auch Verkehrsminister Sean Duffy teilte auf X mit, es seien Drohnen abgewehrt worden.
Wie viele Drohnen gesichtet worden sein sollen, ist derzeit unklar. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum teilte später mit, ihr sei nichts von derartigen Vorfällen bekannt. Laut einem Bericht der New York Timeshandelte es sich bei einem gesichteten Objekte, das für eine Drohne gehalten wurde, um einen Ballon.
FAA soll von Lasertests überrascht worden sein
Nach Informationen der AP soll die Grenzschutzbehörde CBP die Laser in der Nähe des US-Militärstandorts Fort Bliss in El Paso eingesetzt haben, ohne die FAA vorab zu informieren. Daraufhin habe die Behörde den Luftraum vorsichtshalber gesperrt.
Das US-Verteidigungsministerium hat nach AP-Informationen noch im Februar bei einem bereits angesetzten Termin mit der FAA über die geplanten Tests der Anti-Drohnen-Laser sprechen wollen. Doch das Ministerium habe sich entschieden, die Tests schon zuvor durchzuführen. Der Termin für die Besprechung mit der FAA war laut der New York Times für den 20. Februar angesetzt.
Demnach soll die FAA habe keine Zeit gehabt haben, um das Risiko für den Flugverkehr zu bewerten. Das US-Verteidigungsministerium sei von der Behörde vorab darüber informiert worden, dass in einer solchen Situation keine Wahl bleibe, als den Luftraum vorsorglich zu sperren.
Bürgermeister und Abgeordnete kritisieren Intransparenz
Politiker der oppositionellen Demokraten im
US-Kongress nannten den Vorgang „inakzeptabel“ und warfen Verteidigungsminister Pete Hegseth vor, „rücksichtslos im öffentlichen
Luftraum zu agieren“. Das Pentagon dürfe nicht die Sicherheit gefährden
und die Reisefreiheit beeinträchtigen, teilten die demokratischen
Abgeordneten Rick Larsen und André Carson mit.
„Das hätte nie passieren sollen“, sagte dazu El Pasos Bürgermeister Renard Johnson. „Dieses Kommunikationsversagen ist inakzeptabel.“ Der Luftraum über einer Großstadt dürfe nicht gesperrt werden, ohne dass die Stadtverwaltung, der Flughafen, Kliniken und die Zivilgesellschaft über die Vorgänge informiert würden. Die FAA und das Verteidigungsministerium haben offiziell bislang keine Stellung dazu bezogen.