USA sprechen von Nischentag: UN werten Sklavenhandel denn „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

USA sprechen von NischentagUN werten Sklavenhandel als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

26.03.2026, 10:07 Uhr

Artikel anhören(03:08 min)

Ghanas Präsident John Dramani Mahama spricht bei der Gedenkveranstaltung zur Abschaffung der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels. (Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire)

Über Jahrhunderte werden Menschen gewaltsam aus Afrika nach Amerika und Europa verschleppt. Auf Betreiben Ghanas verurteilt eine Mehrheit der UN-Mitglieder diese Praxis. Nur drei Länder lehnen den Resolutionstext ab.

Die Vereinten Nationen haben den transatlantischen Sklavenhandel als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ eingestuft. 123 Staaten stimmten in der UN-Generalversammlung für eine von Ghana eingebrachte Resolution, die unter anderem auch die unentgeltliche „unverzügliche und ungehinderte Rückgabe“ von Kulturgütern und Kunstobjekten an Herkunftsländer fordert. Israel, die USA und Argentinien stimmten gegen den Text. Deutschland und weitere 51 Länder enthielten sich. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend. 1957 erlangte Ghana als erstes Land des afrikanischen Kontinents die Unabhängigkeit von den Kolonialmächten.

„Der transatlantische Sklavenhandel war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das den Kern des Menschseins traf, Familien auseinander riss und Gemeinschaften zerstörte“, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres. „Um das Unentschuldbare zu rechtfertigen, schufen die Befürworter und Nutznießer der Sklaverei eine rassistische Ideologie – und verwandelten Vorurteile in eine Pseudowissenschaft.“

Der Handel mit versklavten Menschen aus Afrika und deren rassistisch begründete Versklavung sei „aufgrund des tiefgreifenden Bruchs in der Weltgeschichte, ihres Ausmaßes, ihrer Dauer, ihres systemischen Charakters, ihrer Brutalität und ihrer bis heute fortwirkenden Folgen“ als das „schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewerten“, hieß es im Resolutionstext. 

US-Vertreter Dan Negrea nannte die Resolution höchst problematisch und sagte, der Staatenbund sei nicht gegründet worden, um spezifische Interessen und Agenden voranzutreiben und „internationale Nischentage zu etablieren“, wie es auf der UN-Website hieß. Die Abstimmung fällt auf den Gedenktag für die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels.

Vor allem zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurden mehrere Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Nord- und Südamerika und in die Karibik gebracht. Etliche überlebten die Überfahrt nicht. Der Sklavenhandel wurde in Großbritannien am 25. März 1807 verboten. In den USA wurde die Sklaverei 1865 in allen Bundesstaaten offiziell untersagt. Mit der Menschenrechtskonvention der UN wurde die Sklaverei 1948 weltweit verboten.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

Source: n-tv.de