Seit Kriegsbeginn galt er als „De-facto-Führer des iranischen Regimes“. Nun bestätigt Teheran: Sicherheitschef Ali Laridschani wurde von der israelischen Armee getötet. Und: Die USA greifen nahe der Straße von Hormus iranische Stellungen mit bunkerbrechenden Bomben an. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
04:56 Uhr – Saudi-Arabien lädt Außenminister zu Beratungen ein
Saudi-Arabien hat Außenminister arabischer und islamischer Staaten zu neuen Beratungen eingeladen. Bei dem Treffen am Mittwochabend in der Hauptstadt Riad gehe es darum, sich gemeinsam um die Förderung von Sicherheit und Stabilität in der Region zu bemühen, teilte das Außenministerium mit. Einzelheiten zu den eingeladenen Staaten oder eine Gesamtzahl erwarteter Minister wurden nicht genannt.
04:36 Uhr – Irans Außenminister: Globale Folgen des Krieges werden „alle treffen“
Die Folgen des Iran-Krieges werden nach den Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi weltweit zu spüren sein. „Die Welle globaler Auswirkungen hat gerade erst begonnen und wird alle treffen, unabhängig von Wohlstand, Glauben oder Herkunft“, erklärte Araghtschi im Onlinedienst X. Er fügte seinem Beitrag die Rücktrittserklärung des Leiters des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums der USA (NCTC), Joe Kent, an.
Immer mehr Stimmen, darunter europäische und US-Vertreter, würden den Krieg gegen den Iran als „ungerecht“ bezeichnen, erklärte Araghtschi. „Weitere Mitglieder der internationalen Gemeinschaft sollten diesem Beispiel folgen“, forderte er.
Kent hatte am Dienstag aus Protest gegen den Iran-Krieg seinen Rücktritt erklärt. Der führende Geheimdienstmitarbeiter und Gefolgsmann von US-Präsident Donald Trump schrieb im Onlinedienst X, der Iran sei „keine unmittelbare Bedrohung“ für die USA gewesen.
03:33 Uhr – Israelische Armee ruft Menschen im Zentrum von Beirut zur Evakuierung auf
Die israelische Armee hat die Bewohner eines zentralen Viertels der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen. Der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee verbreitete in Onlinediensten eine „dringende Warnung an die Einwohner des Viertels Baschura“. Die israelische Armee werde dort in Kürze gegen eine Anlage der pro-iranischen Hisbollah-Miliz vorgehen.
Adraee veröffentlichte eine Karte des Viertels mit einem Gebäude, dem Anwohner „zu ihrer eigenen Sicherheit“ auf eine Distanz von mindestens 300 Metern fernbleiben sollten.
02:47 Uhr – Geschoss auf Gelände von iranischem Atomkraftwerk eingeschlagen
Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr nach Angaben aus Teheran ein Geschoss eingeschlagen. Bei dem Vorfall sei das Kraftwerk nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden.
02:42 Uhr – Mindestens sechs Tote bei israelischen Angriffen in Beirut
Bei israelischen Angriffen im Zentrum der libanesischen Hauptstadt Beirut sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens sechs Menschen getötet worden. 24 weitere Menschen seien einer vorläufigen Zählung zufolge verletzt worden, erklärte das Ministerium. Libanesische Medien hatten zuvor von israelischen Angriffen ohne Vorwarnung in den zentralen Beiruter Stadtteilen Sukak al-Blat und Basta berichtet.
01:41 Uhr – Golfstaaten melden Raketenangriffe
Mehrere Golfstaaten haben erneut Drohnen- und Raketenangriffe auf ihr Territorium gemeldet. Die Flugabwehr „reagiert auf die Bedrohungen durch Raketen und Drohnen aus dem Iran“, teilten die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate mit, während Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von mehreren lauten Explosionen in der emiratischen Metropole Dubai berichteten. Die Behörden in Saudi-Arabien und Kuwait meldeten ebenfalls Angriffe.
Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe insgesamt sechs Drohnen im Osten des Landes zerstört. Die kuwaitische Armee teilte derweil im Onlinedienst X mit: „Die kuwaitische Luftabwehr fängt derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab.“
01:08 Uhr – USA setzen Bunkerbrecher gegen Stellungen an Straße von Hormus ein
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen. „Mehrere“ der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien „erfolgreich eingesetzt“ worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit.
Die Spezialmunition mit besonderer Durchdringungskraft kommt etwa bei Angriffen auf besonders verstärkte Einrichtungen oder unterirdische Bunkeranlagen zum Einsatz. Nach Angaben des US-Militärs zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten „eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge“ dargestellt.
01:00 Uhr – Israelischer Angriff im Zentrum Beiruts
Die israelische Armee hat libanesischen Medien zufolge ohne Vorwarnung ein Viertel im Zentrum von Beirut angegriffen. Die israelische Armee visierte das Viertel Sukak al-Blat an, wo sie vergangene Woche eine Filiale des Hisbollah-nahen Finanzunternehmens Al-Kard Al-Hassan attackiert hatte, wie libanesische Medien berichteten. Die israelische Armee griff außerdem südliche Vororte der Hauptstadt des Libanon an.
00:35 Uhr – Zwei Tote bei iranischem Raketenangriff nahe Tel Aviv
Bei einem iranischen Raketenangriff nahe Tel Aviv sind nach Angaben israelischer Rettungskräfte mindestens zwei Menschen getötet worden. Sie seien in den Trümmern eines stark beschädigten Gebäudes gefunden und noch vor Ort für tot erklärt worden, erklärte ein Vertreter des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom am Mittwoch. Die israelische Polizei erklärte, mehrere Raketen seien in Tel Aviv und umliegenden Gebieten eingeschlagen.
00:01 Uhr – VAE-Botschafter ruft Iran zu sofortigem Stopp der Angriffe auf
Nach den Luftangriffen aus dem Iran setzen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf Deeskalation, pochen aber zugleich auf ihr Recht auf Selbstverteidigung. Mit den USA werde man weiter als Partner zusammenarbeiten, um eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern, sagte der VAE-Botschafter in Deutschland, Ahmed Alattar, dem „Handelsblatt“. „Gleichzeitig behalten wir uns das volle Recht auf Selbstverteidigung nach internationalem Recht vor.“
Der Iran beschießt die Golfstaaten seit Beginn des Kriegs. Am stärksten sind die Emirate unter Beschuss. Irans neues Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei hatte die Golfstaaten aufgefordert, US-Stützpunkte zu schließen, sonst würden die Angriffe fortgesetzt.
Dienstag, 17. März
22:05 Uhr – Iranische Medien bestätigen Tod von Sicherheitschef Laridschani
Der Iran hat den Tod des Spitzenfunktionärs, Ali Laridschani, bestätigt. Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars teilte mit, dass der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates zum „Märyrer“ geworden sei. Auf dem ehemaligen Twitteraccount des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es, „ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt.“
Laridschani und der ebenfalls bei einem israelischen Luftangriff am Montag getötete Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim an diesem Mittwoch beigesetzt werden.
Laridschani hatte noch vor seinem Tod angekündigt, den Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen zu wollen. Der 67-Jährige war zuletzt zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Laridschani galt als wichtige Stimme, die den Iran auch nach außen vertrat. Seine Tötung dürfte es für die USA erschweren, eine Verhandlungslösung für ein mögliches Ende des Krieges zu finden.
19:58 Uhr – Iran bestätigt Tod von Basidsch-Kommandeur Soleimani
Iran bestätigt den Tod des Kommandeurs der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani. Gholamresa Soleimani sei „einer terroristischen Attacke des amerikanisch-zionistischen Feindes“ zum Opfer gefallen, hieß es auf der offiziellen Website der Revolutionsgarden.
19:44 Uhr – Großdemonstrationen im Iran auf Aufruf der Behörden
Nach einem Demonstrationsaufruf der Behörden sind im Iran mitten im Krieg laut Berichten des Staatsfernsehens große Menschenmengen zusammengekommen. In mehreren Städten fanden demnach Kundgebungen statt. Das Fernsehen zeigte unter anderem eine riesige Menschenmenge in der Hauptstadt Teheran, die iranische Fahnen schwenkte.
18:49 Uhr – Erneut Raketen- und Drohnenangriff auf US-Botschaft in Bagdad
In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Abend nach Angaben von AFP-Korrespondenten erneut mehrere laute Explosionen zu hören gewesen. Es habe einen Raketen- und Drohnenangriff auf die US-Botschaft gegeben, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ein Augenzeuge berichtete, dass er von seinem Balkon aus ein Feuer auf dem Gelände der Botschaft gesehen habe.
18:39 Uhr – Israels Präsident sieht Tötung Laridschanis als Chance für Proteste
Israels Staatspräsident Izchak Herzog hat die von Israel verkündete Tötung des einflussreichen iranischen Generalsekretärs des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, als „sehr wichtigen Schritt“ gelobt. Dies eröffne den Menschen im Iran den Freiraum für Proteste, sagte Herzog laut Angaben seines Büros.
Israel hat bereits mehrfach das Ziel eines Machtwechsels in Teheran genannt und die Bevölkerung zum Sturz der politischen Führung aufgerufen. Experten sehen diese Aufforderung unter den derzeitigen Bedingungen kritisch.
18:16 Uhr – Wadephul glaubt nicht an Regime-Wechsel
Bundesaußenminister Johann Wadephul rechnet nicht mit einem Regime-Wechsel im Iran. „Ich glaube nicht, dass das passiert“, sagte der CDU-Politiker bei einer Medienveranstaltung in Berlin. US-Außenminister Marco Rubio habe ihm gesagt, Ziel der anhaltenden Angriffe auf den Iran sei die Zerstörung der Atom- und Raketenprogramme, um die Gefährdung Israels auszuschalten. Ein kontrollierter Regime-Wechsel sei ohnehin nicht realistisch, und Chaos im Iran sei nicht im Interesse Europas.
16:50 Uhr – Drei libanesische Soldaten bei israelischem Luftangriff getötet
Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach Angaben der libanesischen Armee in der Stadt Nabatijeh drei Soldaten ums Leben gekommen. Sie seien mit einem Auto und einem Motorrad unterwegs gewesen, teilt das Militär auf X mit. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden. Die israelische Armee erklärt, der Vorfall werde geprüft. Man gehe gegen die Hisbollah vor und nicht gegen die libanesischen Streitkräfte.
16:32 Uhr – Trump findet Absage von Nato-Verbündeten „ziemlich schockierend“
Donald Trump kritisiert die Nato-Verbündeten für ihre Weigerung, sich am Krieg gegen den Iran zu beteiligen. Die Haltung der Verbündeten sei „ziemlich schockierend“, sagte Trump im Oval Office in Washington. „Ich denke, die Nato macht einen sehr dummen Fehler“, fügte er hinzu. Die meisten Partner hätten ihm mitgeteilt, dass sie nicht in den Konflikt verwickelt werden wollten, teilt Trump auf der Plattform Truth Social mit.
Dies überrasche ihn nicht, da er die Allianz schon immer als „Einbahnstraße“ betrachtet habe. Er betonte, die USA hätten Milliarden Dollar zur Verteidigung der Nato-Verbündeten ausgegeben. „Wir brauchen oder wünschen die Hilfe der Nato-Länder nicht mehr“, schrieb Trump. „Wir haben sie nie gebraucht!“, fügte er in Großbuchstaben hinzu. Dies gelte auch für Verbündete wie Japan, Australien und Südkorea. Die USA habe die iranische Marine, Luftwaffe und Führungsebene bereits ausgeschaltet.
dpa/AFP/AP/Reuters/sebe/doli/jmr/krö/säd/ceb/jra
Source: welt.de