Warum ist es auf den Campussen der US-Universitäten derzeit so still? Adrian Daub ist Professor in Stanford und erinnert an die Vorbereitung der rechten Repression: Wer Listen von „Universitätern“ erstelle, solle sich nicht wundern
Protest gegen die Festnahme des Studenten Mahmoud Khalil, der in den USA gegen den Gaza-Krieg protestierte: Es wird ja protestiert, aber vielleicht nicht so, wie sich das manche Deutsche wünschen
Foto: Matthew McDermott/Polaris/laif
Inmitten von historischen Verwerfungen sind es manchmal die Fragen eher als die Antworten, die uns ein Bild vom Geschehen bieten. Denn unsere Fragen sind häufig noch an jenen Kategorien und Urteilen geschult, die gerade ihre Gültigkeit einbüßen.
Zwei Fragen werden mir als in den USA Lehrendem von Medienvertretern aus Deutschland dieser Tage vor allem gestellt. Erstens: Wie sieht es aus auf dem Campus, wie ist die Stimmung? Und zweitens: Trügt der Eindruck, oder ist es erstaunlich ruhig?
Community Colleges, Harvard und Columbia: Angst haben sie alle
Ich halte es für interessant, was in diesen Fragen mitschwingt: erstens „der Campus“. In Wahrheit gibt es den Campus gar nicht. Amerikanische Campusse sind riesige Agglomerationen, keine zwei gleichen sich.