Die Zollpolitik von US-Präsident Trump und ein schwaches China-Geschäft haben die Ausfuhrbilanz der deutschen Maschinenbauer spürbar getrübt. Unternehmen der Branche exportierten im vergangenen Jahr weniger.
Zölle und geopolitische Unsicherheiten haben Löcher in die Exportbilanz des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus gerissen. Nach Angaben des Branchenverbands VDMA sanken die Ausfuhren 2025 gegenüber dem Vorjahr nominal um 1,8 Prozent – preisbereinigt lag der Rückgang sogar bei 3,3 Prozent. Insgesamt exportierten die deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr Maschinen und Anlagen im Wert von 198,5 Milliarden Euro.
„Unsicherheit auf den Weltmärkten“
„Die US-Zölle, der zunehmende Protektionismus sowie die damit einhergehende Unsicherheit auf den Weltmärkten treffen den exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau ins Mark – und stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt.
Besonders deutlich zeigt sich das im Geschäft mit den USA: Auf dem wichtigsten Einzelmarkt fielen die Exporte 2025 um 8,0 Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Euro. Auch China drückte die Bilanz. Die Ausfuhren in die Volksrepublik schrumpften 2025 um 8,2 Prozent im Jahresvergleich.
Lichtblicke: Italien, Spanien, Afrika und Mercosur-Staaten
Die Exporte in die Länder der Europäischen Union entwickelten sich etwas besser als im Durchschnitt, lagen insgesamt mit einem Minus von nominal 0,3 Prozent aber dennoch leicht unter Vorjahresniveau. Lichtblicke sieht der VDMA vor allem im Geschäft mit Italien und Spanien – in diese Länder zogen die Exporte um jeweils 8,4 Prozent an.
Aber auch die Ausfuhren nach Afrika (plus 9,2 Prozent), in die Mercosur-Staaten (plus 5,3 Prozent) und in den Nahen und Mittleren Osten (plus 7,1 Prozent) konnten deutlich zulegen.
Neue Zollschocks drohen
Für das laufende Jahr bleibt der Maschinenbau vorsichtig. Im US-Geschäft sind laut VDMA hohe Zölle auf den Stahl- und Aluminiumanteil von Maschinen sowie neue drohende Zollschocks eine Belastung. Erst am Wochenende hatte US-Präsident Trump nach einer Niederlage vor dem Supreme Court einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent angekündigt.
In China dürfte sich zudem der Trend sinkender Exporte fortsetzen. Hoffnung macht dem Verband hingegen der europäische Binnenmarkt, der von einem positiven Auftragseingang aus den Euroländern getragen wird.
„Insgesamt wird das weltwirtschaftliche Klima rauer. Die Politik muss daher schnellstmöglich die Freihandelsabkommen mit Mercosur, Indien und Indonesien ratifizieren, um Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland und Europa zu sichern“, bilanziert VDMA-Chefvolkswirt Gernandt.
Source: tagesschau.de