US-Warenhauskonzern: Saks Global meldet Insolvenz an

Saks Global war 2024 aus der Fusion der US-Luxuskaufhausketten Saks Fifth Avenue und Neiman Marcus entstanden.

Online-Konkurrenz, neue Markenstrategien und Schulden setzen Saks Global kräftig zu. Wie es weitergeht und wer das Steuer übernimmt.

Der finanziell angeschlagene Luxus-Warenhauskonzern Saks Global hat in den USA Gläubigerschutz beantragt. Das Unternehmen meldete ein Restrukturierungsverfahren gemäß „Chapter 11“ des US-Insolvenzrechts an, wie es mitteilte. Das Verfahren soll dem Luxus-Einzelhändler auch Spielraum geben, um mit Gläubigern eine Umschuldung auszuhandeln oder andere Schritte für einen Fortbestand einzuleiten.

Das Unternehmen sicherte sich nach eigener Aussage zudem eine Finanzierungszusage von rund 1,75 Mrd. US-Dollar (1,5 Mrd. Euro) und gab die Ernennung eines neuen Vorstandschefs bekannt.

Läden bleiben geöffnet

Saks Global war 2024 aus der Fusion der US-Luxuskaufhausketten Saks Fifth Avenue und Neiman Marcus entstanden. Auch Bergdorf Goodmann gehört zu Saks Global. Das Unternehmen soll zuletzt auch unter Druck geraten sein, weil die Konkurrenz durch Online-Shops zugenommen hat und Luxusmarken begannen, zunehmend Artikel über ihre eigenen Geschäfte zu verkaufen.

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Freiwilliges Insolvenzverfahren nach Chapter 11

„Mit Unterstützung seiner wichtigsten Finanzpartner hat Saks Global ein freiwilliges Insolvenzverfahren nach Chapter 11 beim US-Insolvenzgericht für den südlichen Bezirk von Texas eingeleitet, um seine laufende Umstrukturierung zu erleichtern“, teilte das Unternehmen mit. Die Geschäfte und E-Commerce-Angebote von Saks Fifth Avenue, Neiman Marcus, Bergdorf Goodman, Saks OFF 5TH, Last Call und Horchow seien weiterhin geöffnet.

Galeria-Eigner Baker nicht mehr CEO

Gleichzeitig gibt das Unternehmen bekannt, dass abermals die Chefposition neu besetzt wird: Erst zu Beginn des Jahres hatte überraschend Richard Baker den bisherigen CEO von Saks Global und langjährigen Weggefährten Marc Metrick auf dem Chefsessel ersetzt – mutmaßlich, um bei den Finanzierungsgesprächen bessere Karten zu haben. Baker ist der starke Mann und Investor im Saks-Imperium. Seinem Investment-Office NRDC gehört auch die Hälfte der deutschen Warenhausgruppe Galeria.

Nach nicht einmal zwei Wochen auf dem CEO-Posten zieht sich der Eigentümer jetzt weder zurück und macht Platz für Geoffroy van Raemdonck. Der dritte CEO innerhalb weniger Wochen war Chef der Neiman Marcus Group, bevor ihre Department Stores 2024 von Saks Global übernommen wurden. Dieser Kauf samt der damit verbundenen hohen Verschuldung gilt als Hauptgrund für die aktuellen Turbulenzen im Saks-Imperium. Saks Global hat offenbar zuletzt Probleme, die Zinsen zu zahlen.

„Dies ist ein entscheidender Moment für Saks Global, und der vor uns liegende Weg bietet eine bedeutende Gelegenheit, das Fundament unseres Geschäfts zu stärken und es für die Zukunft zu positionieren“, sagte van Raemdonck laut Mitteilung.

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