US-Verteidigungsbudget: Aufrüstung hinaus Pump

Der amerikanische Präsident Donald Trump ist nach Angaben des Weißen Hauses entschlossen, das Militär durch eine historisch einmalige Ausweitung des Budgets zu stärken. Für das Fiskaljahr 2027 will er die gesamten Ressourcen für die Verteidigung auf 1,5 Billionen Dollar erhöhen. Im laufenden Haushaltsjahr sind eine Billion Dollar für die nationale Verteidigung vorgesehen. Dieser Betrag übertrifft nach Regierungsangaben sogar die Aufrüstung unter Präsident Ronald Reagan und dessen „Star Wars“-Initiative und nähert sich vielmehr den historischen Steigerungen unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg an.

Die Ankündigung der US-Regierung liefert ein tagesaktuelles Beispiel für eine Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF), dessen Ökonomen wenige Tage vor Beginn der Frühjahrstagung in Washington vor den Risiken hoher Verteidigungsausgaben warnen. In ihrer Untersuchung kommen die IWF-Ökonomen zu dem Ergebnis, dass ein Boom der Verteidigungsausgaben für Volkswirtschaften riskant sei, weil diese Ausgaben meist über höhere Defizite finanziert würden. Aufrüstungsschübe kurbelten die Wirtschaftsleistung zwar kurzfristig an, weil sie Konsum und Investitionen stimulierten. Auf mittlere Sicht trieben sie jedoch die öffentliche Verschuldung in die Höhe, heißt es in dem Bericht des IWF.

Nicht nur die USA blähen ihre Verteidigungsbudgets auf

Die USA, die schon ein Haushaltsdefizit von 1,85 Billionen Dollar und eine Staatsverschuldung von 39 Billionen Dollar aufweisen, wollen die zusätzlichen Verteidigungsausgaben zum Teil durch Kürzungen von 10 Prozent bei anderen, nicht gesetzlich gebundenen Ausgaben finanzieren. In den globalen Verteidigungsausgaben nehmen die USA eine Sonderrolle ein: Die Vereinigten Staaten standen 2024 für etwa 37 bis 40 Prozent der Militärausgaben auf der Welt. Ihre Ausgaben überstiegen damit die zusammengerechneten Militärhaushalte der neun nächstgrößten Ausgabenländer.

Doch auch andere Länder blähen ihre Verteidigungsbudgets auf. Kein Wunder: Im Jahr 2024, dem jüngsten Jahr, für das Daten vorliegen, erlebten mehr als 35 Länder Konflikte auf ihrem Staatsgebiet, und rund 45 Prozent der Weltbevölkerung lebten in Staaten, die von Konflikten betroffen waren. „Häufigere Konflikte und zunehmende geopolitische Spannungen haben viele Länder außerdem dazu veranlasst, ihre Sicherheitsprioritäten neu zu bewerten und die Verteidigungsausgaben zu erhöhen“, schreiben die IWF-Forscher in einem Blogbeitrag: „Andere planen dies noch. Diese Lage stellt politische Entscheidungsträger vor eine zentrale Frage nach den damit verbundenen Zielkonflikten.“

Bundesregierung plant höchste Verteidigungsausgaben jemals

Deutschland wird nach den Regierungsplänen seine Verteidigungsausgaben auf einen Höchststand von mehr als 108 Milliarden Euro steigern. Mehr als jeder zweite Euro soll über Schulden finanziert werden. Deutschland reagiert damit auf den Krieg in der Ukraine und auf den Druck Trumps, Europa müsse mehr Verantwortung für seine eigene Verteidigung übernehmen. Die damit verbundene Hoffnung, die Ausgaben könnten die Wirtschaft mittelfristig stützen, erhält durch die IWF-Analyse allerdings einen Dämpfer.

Auf Grundlage von Daten aus mehr als 160 Ländern seit dem Jahr 1946 identifizierte der IWF 215 Phasen erhöhter Verteidigungsausgaben. Viele davon konzentrierten sich auf die 1970er- und 1980er-Jahre, doch große Aufrüstungsschübe seien häufiger geworden. Die Ökonomen stellten fest, dass in einem typischen Rüstungsboom, der länger als zweieinhalb Jahre dauere, etwa zwei Drittel der Ausgaben über Kreditaufnahme finanziert würden. In Kriegszeiten seien die Kosten jedoch höher.

„Aufrüstungsschübe in Kriegszeiten sind besonders teuer: Die öffentliche Verschuldung steigt um etwa 14 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts, während die Sozialausgaben real sinken“, heißt es in dem Bericht, der Teil des World Economic Outlook ist, der in der kommenden Woche veröffentlicht werden soll: „Schübe der Verteidigungsausgaben werden vor allem über höhere Defizite finanziert.“

Der IWF definiert einen solchen Ausgabenboom der Verteidigungsausgaben als einen Zeitraum, in dem der gleitende Zweijahresdurchschnitt der Militärausgaben eines Landes um mindestens ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigt. Eine Ausweitung der Verteidigungsausgaben „übersetzt sich typischerweise fast eins zu eins in eine höhere Wirtschaftsleistung“, schreiben die IWF-Ökonomen in ihrem Blog. Das heißt: Der erhoffte Multiplikatoreffekt, bei dem ein Euro Staatsausgaben mehr als einen Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung erzeugt, bleibt aus.

Weltwirtschaft im Schock – IWF sieht Wirtschaftswachstum in Gefahr

Der Krieg in Iran und die damit verbundenen Unterbrechungen wichtiger Lieferketten gefährden das Wirtschaftswachstum in einer Lage, in der viele Länder nur noch begrenzten finanziellen Spielraum haben, um Schocks für Bürger und Unternehmen abzufedern. Ohne diese Krise hätte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das globale Wachstum nach oben korrigiert, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa wenige Tage vor der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank. „Nun aber geht selbst unser optimistischstes Szenario mit einer Abwärtskorrektur des Wachstums einher.“ Der Krieg beeinträchtigt Lieferketten für Öl, Flüssiggas, Diesel, Kerosin, Dünger und Helium.

Noch im Januar hatten die IWF-Ökonomen für 2026 ein Wachstum von 3,3 Prozent und für 2027 von 3,2 Prozent sowie einen Rückgang der Inflation prognostiziert. Als Beispiel für die Wucht der Erschütterung nannte Georgiewa die Stilllegung des Energiekomplexes Ras Laffan in Qatar. Dort werden 93 Prozent des Flüssiggases der Golfregion produziert; rund 80 Prozent davon gehen in den asiatisch-pazifischen Raum, der nun unter erheblichen Treibstoffengpässen leidet. Ras Laffan ist seit dem 2. März stillgelegt, wurde am 19. März direkt getroffen, und es könnte drei bis fünf Jahre dauern, bis die volle Kapazität wiederhergestellt ist. Hinzu kommt, dass die Lieferungen die Straße von Hormus passieren müssen.

„Selbst im günstigsten Fall wird es keine reibungslose Rückkehr zum früheren Zustand geben“, sagte Georgiewa. „Wir wissen nicht wirklich, was die Zukunft für die Durchfahrten durch die Straße von Hormus oder für die Erholung des regionalen Luftverkehrs bereithält.“ Sie erinnerte daran, dass sich die Schiffspassagen durch Bab al-Mandab am Roten Meer nach den Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz nie ganz von den schweren Störungen erholt haben. Sie liegen nur bei der Hälfte ihres Niveaus von 2023. Angesichts der Übertragungseffekte des Kriegs erwartet Georgiewa, dass der kurzfristige Bedarf an Zahlungsbilanzhilfen des IWF auf 20 bis 50 Milliarden Dollar steigt.

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