US-Republikaner: Trump-Kontrahentin Marjorie Taylor Greene tritt zurück

Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene hat nach einem Zerwürfnis mit US-Präsident Donald Trump ihren Rücktritt aus dem US-Kongress bekanntgegeben. Ihr letzter Tag im Amt werde der 5. Januar sein, kündigte sie in einer langen Stellungnahme auf X am Freitag an.

Greene gilt als eines der bekanntesten Gesichter von Trumps MAGA-Bewegung (Make America Great Again). Die 51-jährige Kongressabgeordnete aus dem Bundesstaat Georgia war jahrelang eine glühende Trump-Anhängerin. In den vergangenen Monaten war sie allerdings mehrfach von Trumps Linie abgewichen. 

Zuletzt hatte sie den Präsidenten für seine wochenlange Weigerung kritisiert, die Ermittlungsakten zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu veröffentlichen. Trump bezeichnete sie daraufhin als „zeternde Irre“ und kündigte an, sie bei den Zwischenwahlen im nächsten Jahr nicht mehr zu unterstützen. Am vergangenen Samstag legte der US-Präsident nach und bezeichnete Greene als „Verräterin“.

Greene rechnet per Video mit MAGA ab

In ihrer Video-Stellungnahme und einem vierseitigen Schreiben zu ihrem Rücktritt sagte Greene: „Wenn ich mich für amerikanische Frauen einsetze, die mit 14 Jahren vergewaltigt, verschleppt und von reichen, mächtigen Männern missbraucht wurden, sollte ich dafür nicht als Verräterin bezeichnet und vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, für den ich gekämpft habe, bedroht werden.“ Trump bezeichnete Greenes Rücktrittsankündigung vor Reportern als „gute Nachricht für das Land“.

Mit Bezug auf ihren Rücktritt sagte die MAGA-Hardlinerin, sie habe zu viel „Respekt vor sich selbst“, als dass sie noch „schmerzhafte und hasserfüllte“ Vorwahlen aushalten müsse. Die Republikaner würden „vermutlich die Zwischenwahlen verlieren“, mutmaßte Greene in ihrem Video. Zudem spielte Greene auf ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump an. 

Die für die Verbreitung von Verschwörungserzählungen bekannte Abgeordnete behauptete, der US-Präsident und seine MAGA-Bewegung habe sie abserviert und mit Neokonservativen, Big Pharma, Big Tech, ausländischen Staatsführern sowie Geldeliten ersetzt. Mit den Sorgen der normalen amerikanischen Bürger könnten diese nichts anfangen, sagte Greene. Sie rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, zu erkennen, dass nur „das Volk“ echte Macht in Washington hätte.

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