US-Intervention in Venezuela: Trumps Abenteuer

Man muss konstatieren, dass die amerikanische Regierung bis heute keine schlüssige Begründung für die spektakuläre Intervention in Venezuela und die Entführung des Staatschefs geliefert hat. Das ist umso verblüffender, weil Präsident Donald Trump bei seinem Eintritt in die Politik die Abkehr von außenpolitischen „Abenteuern“ zu ei­nem Kernstück seiner politischen Agenda gemacht hat.

Bei allem Respekt für die militärische Leistung bleibt die offenbar angestrebte Steuerung des Landes ein gewaltiges Abenteuer. Den Schluss, dass die Einführung der Demokratie in Venezuela nicht weit oben auf seiner Prioritätenliste steht, legen seine Handlungen nahe. Die Opposition will er offenbar nicht an die Regierung bringen, obwohl sie von der US-amerikanischen Regierung lange als der legitime Wahlsieger dargestellt wurde.

Venezuelas Ölreserven täuschen

Dass Trump immer auch Ölinteressen im Auge hat, wurde bei früheren geopolitischen Großereignissen klar. Nur täuschen die gewaltigen Ölreserven des Landes. Als Förderland rangiert Venezuela unter „ferner liefen“, weil jahrelang nicht in die Ölinfra­struktur investiert wurde. Es bedarf gewaltiger Summen, um den Sektor zu ertüchtigen. Investoren sind dazu nur bereit, wenn die politischen Rahmenbedingungen am Standort und der Weltmarkt günstig sind. Die politische Zukunft Venezuelas ist aber ungewiss, weshalb Unternehmen nur investieren, wenn sie entsprechende Sicherheitsgarantien der USA bekom­men.

Der Markt spricht aktuell ebenfalls nicht für große Investitionen – bei einem Weltmarktpreis von 60 Dollar je Barrel. Überdies will Trump US-Konzerne auch dafür gewinnen, neue Ölfelder vor den ame­rikanischen Küsten und in Alaska zu erschließen. Warum in die Ausbeutung venezolanischer Vorkommen investieren, wenn andere Standorte in sicheren Ländern bereitstehen, mag sich mancher Unternehmenslenker denken.

Öl allein kann den Überfall nicht erklären. Eher wird die Welt Zeuge einer Rückkehr zu alten Verhältnissen: Machtzentren und definierte Interessengebiete, in denen die Großmächte nach Gutdünken schalten und walten. Das sind keine schöne Aussichten.

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