Unterstützung zum Besten von den Mittelstand: Bundesregierung beendet Mikrokreditfonds

Die Bundesregierung will ein Förderinstrument für kleine ​Firmen mit erschwertem Kreditzugang Mitte 2026 auslaufen lassen. Der Mikrokreditfonds Deutschland werde über den 30. Juni hinaus nicht verlängert, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der ​Grünen, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Neue Kredite würden nur noch bis dahin ⁠genehmigt und ausgezahlt. Grünen-Finanzexpertin Katharina Beck sprach von ​einem schweren Fehler. Gerade in der wirtschaftlich schwierigen Lage brauche der Mittelstand verlässliche Finanzierungsmöglichkeiten und Planungssicherheit.

Der Fonds ‌war ⁠2010 aufgelegt worden und sichert ​Mikrokredite von bis zu 25.000 Euro für kleine und mittlere Unternehmen ab, die am normalen Bankmarkt oft nur schwer Finanzierungen erhalten. Seit dem ​Start wurden nach Regierungsangaben rund 38.000 Kredite mit einem Gesamtvolumen von mehr als 400 Millionen Euro vergeben. Wegen der laufenden Rückzahlungen bleibt der Fonds aber noch bis mindestens Ende 2030 bestehen. Allein seit 2015 seien damit Unternehmen mit rund 70.000 bestehenden Arbeitsplätzen unterstützt worden.

Beck forderte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf, den Fonds in ihrem Ministerium weiterlaufen ⁠zu lassen. „Für Zehntausende hat der ​Mikrokreditfonds eine wichtige Brücke gebaut, um Geschäftsideen umzusetzen, einen Betrieb zu stabilisieren und vor ‌allem Arbeitsplätze zu sichern und ‌zu schaffen“, sagte Beck. „Diese Brücke gerade jetzt einzureißen, ist wirtschaftspolitisch wirklich ​ein komplett falsches Signal.“

Federführend für das Programm ist das Bundesarbeitsministerium zuständig. Dieses habe in Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium entschieden, die Kreditvergabe im Rahmen des Förderprogramms über Juni ​2026 hinaus nicht zu verlängern, heißt es in der Antwort. Die Regierung begründet dies mit stark verschärften rechtlichen Vorgaben, die einer einfachen Kreditvergabe entgegenstünden. Zudem gebe es Förderprogramme ‌der Bundesländer mit überlappenden Zielgruppen. Das Arbeitsministerium verweist auch auf eine ungünstige ​Tendenz bei den Ausfallquoten und die „zwingend erforderliche Haushaltskonsolidierung“.

An einem zweiten Förderinstrument hält ⁠die Regierung ​dagegen fest. Der Mikromezzaninfonds, über den Kleinst- und ‌kleine Unternehmen stille Beteiligungen und damit eigenkapitalstärkende Finanzierung erhalten können, wird fortgesetzt. Der neue Mikromezzaninfonds III war 2025 gestartet und ‌läuft nach Angaben der Bundesregierung planmäßig bis 2029. Vorgesehen sind Beteiligungen von insgesamt 75 Millionen Euro ​zuzüglich Verwaltungskosten. Zu den besonderen Zielgruppen zählen dabei auch ökologisch nachhaltige Unternehmen.

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