Die Deutsche Bahn hat sich nach nur rund vier Monaten von Finanzvorständin Karin Dohm getrennt. Man habe sich „in gemeinsamen Gesprächen einvernehmlich auf eine Beendigung der Zusammenarbeit verständigt“, hieß es in einer Mitteilung der Bahn.
Der Konzern verwies darauf, dass diese Entscheidung „ausdrücklich nicht aufgrund der in der Öffentlichkeit diskutierten Vorwürfe oder Mutmaßungen, mit denen der Aufsichtsrat sich eingehend befasst hat“ getroffen worden sei.
WELT und die „Süddeutsche Zeitung“ hatten bereits vor gut vier Wochen über eine mögliche Entlassung Dohms berichtet. Sie soll demnach als Finanzvorständin zahlreiche Menschen gegen sich aufgebracht haben, darunter auch Politiker und Arbeitnehmervertreter. Unter anderem soll sie sich demnach immer wieder mit anderen Führungskräften wegen Kleinigkeiten angelegt haben.
So hatte sie noch im Dezember eine Gesellschafteranweisung unterzeichnet, mit der die DB Services GmbH aufgespalten werden sollte. Dohm besiegelte die Zukunft des Bereichs ohne Beteiligung der Betriebsräte. Die machten bei der Vorstellungsrunde im Januar ihrem Ärger Luft.
Der Fehlstart beim Konzernbetriebsrat war jedoch nicht der einzige Grund für den De-facto-Rauswurf. „Es gab mehrere Vorfälle“, so ein Insider, der mit der Angelegenheit vertraut war. Die Probleme mit Dohm lägen im Zwischenmenschlichen, hieß es aus Bahn-Kreisen. Dohm soll sich auch mehrfach abschätzig gegenüber der Arbeit von Mitarbeitern geäußert haben.
Führungskräfte sollten beispielsweise in ein Assessment-Center zum Leistungsvergleich, ohne dass es ein Gespräch mit ihnen gegeben habe. Wiederholt soll es insbesondere im Vorstand zu Krisengesprächen gekommen sein, in denen das kollegiale Miteinander Thema gewesen sei.
Von der Bahn hieß es hingegen, es habe sich gezeigt, „dass unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausgestaltung der Funktion sowie zentrale Fragen der Unternehmensentwicklung bestehen“. Dohm war erst seit Anfang Dezember Finanzvorständin bei der Bahn. Zuvor war sie Finanzchefin bei der Baumarktkette Hornbach.
Source: welt.de