An 100 Hamburger Haltestellen gelten ab sofort digitale Parkzonen für E‑Scooter. Per Geofencing lässt sich eine Fahrt nur noch an festgelegten Punkten beenden. Die Stadt will damit Gehwege entlasten und mehr Ordnung im öffentlichen Raum schaffen.
Wer in Hamburg mit Bus oder Bahn unterwegs ist, kennt das Bild: Vor vielen Haltestellen stehen E‑Scooter kreuz und quer verteilt, mal mitten auf dem Gehweg, mal an Laternen gelehnt, mal direkt am Treppeneingang zur U‑Bahn. Genau dort setzt die Stadt jetzt an.
An 100 Haltestellen richtet Hamburg rund 370 digitale Parkzonen für E‑Scooter ein. Diese Flächen sind nicht markiert, sondern existieren rein virtuell. Per Geofencing legen die Anbieter fest, wo ein Roller korrekt abgestellt werden kann. Nur innerhalb dieser digitalen Bereiche lässt sich die Fahrt beenden. Abstellen irgendwo „in der Nähe“ funktioniert nicht mehr.
Die Idee dahinter: E‑Scooter sollen sich an besonders sensiblen Punkten wie U‑, S‑ und Bushaltestellen künftig bündeln, statt sich unkontrolliert über Gehwege zu verteilen. Die Standorte der digitalen Zonen erscheinen in den Apps der Anbieter, vor Ort ist nichts zu sehen. Genau diese Unsichtbarkeit mache die Regelung flexibel, erklärte die zuständige Verkehrsbehörde am Montag – wenn sich Verkehrsabläufe änderten, ließen sich die virtuellen Flächen ohne baulichen Aufwand verschieben oder löschen.
Zahl der Abstellplätze steigt auf 424
Bevorzugt, so die Behörde, würden Orte mit ausreichend breiten Gehwegen, etwa an den U‑Stationen Buchenkamp, Emilienstraße, Sengelmannstraße oder den Landungsbrücken. Mit den digitalen Abstellpunkten steigt die Zahl definierter Scooter‑Flächen auf 424 – zu den 54 bereits bestehenden festen Parkzonen. In Harburg entstehen bis Ende Mai zusätzlich 30 physisch markierte Abstellbereiche.
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) betont die Bedeutung des Projekts: E‑Scooter seien für viele ein praktisches Verkehrsmittel auf kurzen Strecken, besonders bei jungen Menschen hätten sich die Roller etabliert. „Damit sie aber nicht zu Hindernissen werden, müssen sie sicher und geordnet abgestellt werden“, sagt er. Die digitalen Parkzonen seien dafür eine „pragmatische Lösung, gerade an stark frequentierten Orten“.
Das Pilotprojekt wird im Anschluss ausgewertet. Perspektivisch plant die Stadt, besonders gut genutzte digitale Zonen später baulich fest zu verankern – sichtbar und dauerhaft an den Stellen, an denen heute am meisten Unordnung herrscht.
juve
Source: welt.de