Unmut mehr als Iran-Krieg wächst: Z. Hd. Trump braut sich ein Sturm zusammen

Unmut über Iran-Krieg wächstFür Trump braut sich ein Sturm zusammen

31.03.2026, 19:02 Uhr Von Volker Petersen

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Noch halten die Republikaner zu Trump. Aber ein Rumoren ist spürbar. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Seit nunmehr einem Monat führen die USA und Israel Krieg gegen den Iran. Die Angriffe waren in den USA nie populär. Eine Umfrage zeigt nun einen neuen Tiefpunkt für Trump. Auch in der Partei des Präsidenten regen sich kritische Stimmen.

Diese Zahl dürfte Donald Trump nicht gefallen: Auf 33 Prozent ist die Zufriedenheit unter den US-Amerikanern mit seiner Amtsführung im Weißen Haus gesunken. Das zeigt eine neue Umfrage der University of Massachusetts Amherst. 62 Prozent sind demnach unzufrieden, 56 Prozent lehnen seine Regierungsstil sogar „stark ab“. Die „No Kings“-Proteste am Wochenende hatten derweil einen Rekordzulauf von drei Millionen Demonstranten.

Es ist offensichtlich, dass die fallende Zustimmung auch etwas mit dem Iran-Krieg zu tun hat. So muss Trump immer wieder eine Frage beantworten: Wie lange soll das noch so weitergehen?

Seine Sprecherin Karoline Leavitt kanzelt Journalisten ab, die diese Frage stellen. „Der Präsident hat immer gesagt, er gehe von einer Dauer von vier bis sechs Wochen für die Operation Epic Fury aus“, sagte sie am Montag laut dem Portal „The Hill“. „Wir sind jetzt an Tag 30, rechnen Sie selbst nach, wie lange das Pentagon noch braucht, um seine Ziele zu erreichen.“ Außenminister Marco Rubio hatte zuletzt gesagt, er gehe noch von mehreren Wochen Kriegsdauer aus, nicht aber von Monaten.

Derweil behauptet Trump, er führe Verhandlungen mit den Iranern, was die aber leugnen. „Trump behauptet weiter, er sei kurz davor, einen Deal mit den Iranern zu schließen, obwohl alle am Prozess Beteiligten, von den Omanern bis zu den Pakistanern und Ägyptern, nicht einmal die Hälfte seiner Behauptungen bestätigen“, zitiert „The Hill“ Brett Bruen, einen früheren Mitarbeiter von Ex-Präsident Barack Obama.

Midterm-Wahlen im Herbst

So läuft Trump vor den wichtigen Midterm-Wahlen am 3. November dieses Jahres die Zeit davon. Dann wird das Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats neu gewählt. Trump droht seine Mehrheit im Kongress zu verlieren. Die Leidtragenden wären neben dem Präsidenten selbst auch die republikanischen Abgeordneten und Senatoren.

Einige von ihnen haben sich bereits aus der Deckung gewagt. So sagte die Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska, sie werde gefragt, ob die USA wieder auf einen „endlosen Krieg“ wie im Irak oder Afghanistan zusteuerten. „Ich kann ihnen ehrlich gesagt keine Antwort geben, weil ich die Antwort nicht kenne“, sagte Murkowski. Sie steht zwar bei den Midterms nicht zur Wahl, gilt aber als eine der wenigen Trump-kritischen Senatorinnen ihrer Partei.

Auch der republikanische Verteidigungspolitiker Mike Rogers forderte mehr Informationen über den Krieg. „Wir wollen wissen, was vor sich geht, was die Optionen sind und warum sie erwogen werden“, sagte er laut „Politico“. Es gibt weitere Wortmeldungen dieser Art – einen offenen Bruch mit Trump jedoch nicht. Dennoch ist das Rumoren unter der Oberfläche spürbar.

Denn längst sehen die US-Amerikaner die Folgen des Krieges auf dem eigenen Konto. Der Benzinpreis hat mittlerweile den Durchschnittswert von vier Dollar pro Gallone (etwa 3,8 Liter) überschritten. Aus deutscher Sicht ist das immer noch extrem günstig, der Preis entspricht gut 90 Euro-Cent pro Liter. Doch in den USA lag der Benzinpreis vor Kriegsbeginn sogar unter drei Dollar pro Gallone. Der Preis ist dort noch wichtiger als in Deutschland, da die Amerikaner im Schnitt viel mehr Auto fahren – etwa doppelt so viel.

Noch halten Republikaner zu ihm

Die schwachen Umfragewerte bestätigen auch Experten wie Nate Silver, der stets mehrere Erhebungen auswertet. Auf seinem Portal Silver Bulletin schreibt er: „Zum ersten Mal in seiner zweiten Amtszeit liegt Trumps Zustimmungswert (knapp) unter 40 Prozent.“ In seiner Auswertung mehrerer Umfragen erreicht der Präsident noch 39,7 Prozent Zustimmung.

So braut sich ein Sturm zusammen, der selbst diesem Präsidenten zu schaffen machen könnte – auch wenn sein Ende schon x-Mal vorhergesagt wurde. Tatsächlich halten seine Wähler Trump aber noch immer weitgehend die Treue. Die große Ablehnung kommt vor allem durch die Wähler der Demokraten zustande, die nahezu vollständig mit ihm abgeschlossen haben – auch die unabhängigen Wähler haben sich zu großen Teilen von ihm abgewandt.

Nicht aber die Republikaner: Sie unterstützen den Krieg gegen den Iran in großer Mehrheit. Vergangene Woche meldete das renommierte Forschungsinstitut Pew, 79 Prozent der Republikaner unterstützten Trumps Umgang mit dem Iran-Krieg. Laut einer Umfrage der Universität Quinnipiac sind 89 Prozent der Republikaner mit seiner Amtsführung zufrieden.

Für seine Wähler sei der Krieg nur ein Thema, schreibt „New York Times“-Autor Nate Cohn in einer Analyse. Es sei nicht gesagt, dass seine Wähler sich von ihm abwendeten. Cohn geht aber auch davon aus, dass Trumps Probleme wachsen, je länger der Krieg dauert.

Schon jetzt finden aber selbst kleine Abgeordnete den Mut, sich einer Ausweitung des Krieges entgegenzustellen. Die Republikanerin Nancy Mace aus North Carolina sprach sich in einem Statement vehement gegen einen Einsatz von Bodentruppen im Iran aus. „Wenn ein einzelner Stiefel iranischen Boden berührt, werde ich mit ‚Nein‘ stimmen“, sagte sie. „Je länger dieser Konflikt dauert, desto schneller wird er die Unterstützung im Kongress und im Land verlieren.“

Quelle: ntv.de

Source: n-tv.de