Paukenschlag in der Fußball-Bundesliga: Kurz vor Mitternacht trennt sich der 1. FC Union mit deutlichen Worten von Cheftrainer Steffen Baumgart und benennt seine Nachfolgerin.
Steffen Baumgart ist nicht mehr Trainer des 1. FC Union. Wenige Stunden nach der 1:3-Niederlage beim Tabellenletzten Heidenheim wurde der 54-Jährige von den Berlinern entlassen. Das vermeldete der Klub am Samstag kurz vor Mitternacht und sorgt gleichzeitig für ein Novum. Erstmals wird eine Frau Cheftrainerin in der Männer-Bundesliga: Marie-Louise Eta, bisherige Trainerin der U19-Junioren und künftige Trainerin der Frauen-Profimannschaft, soll die Köpenicker zum Klassenerhalt führen.
Geschäftsführer Horst Heldt wurde in seiner Begründung deutlich. „Wir spielen bisher eine absolut enttäuschende Rückrunde und lassen uns vom Tabellenstand nicht blenden“, sagte er: „Unsere Lage ist nach wie vor bedrohlich und wir benötigen dringend Punkte, um den Ligaverbleib zu sichern. Zwei Siege aus vierzehn Spielen seit der Winterpause und die gezeigten Leistungen in den letzten Wochen geben uns nicht die Überzeugung, dass uns eine Trendumkehr in der bisherigen Konstellation noch gelingt. Wir haben daher entschieden, jetzt noch einmal neu anzusetzen.“
Er freue sich, dass Marie-Louise Eta sich bereit erklärt hat, diese Aufgabe zu übernehmen, „bevor sie im Sommer wie geplant Cheftrainerin der Profimannschaft der Frauen wird“. Baumgart und seinen Co-Trainern Danilo de Souza und Kevin McKenna danke er für die geleistete Arbeit. Diese dauerte rund 15 Monate; Baumgart hatte im Januar 2025 in Berlin angeheuert.
Eta arbeitete auch für Werder und den DFB
Seine Nachfolgerin war früher selbst Fußballerin und spielte unter anderem für Turbine Potsdam und Werder Bremen. Nach der aktiven Karriere schlug Eta die Trainerlaufbahn ein und arbeitete im Nachwuchs von Werder Bremen sowie beim DFB. Seit 2023 steht sie bei Union unter Vertrag. An der Seite von Marco Grote hatte sie nach Trainerentlassungen bereits zweimal vorübergehend die erste Mannschaft übernommen. Nun ist sie erstmals allein verantwortlich.
„Der Verbleib in der Bundesliga ist angesichts der Punkteabstände in der unteren Tabellenhälfte noch nicht gesichert“, wird Eta in der Mitteilung zitiert: „Ich freue mich, dass mir der Verein diese anspruchsvolle Aufgabe anvertraut. Eine Stärke von Union war und ist es, in solchen Situationen gemeinsam alle Kräfte zu bündeln. Und natürlich habe ich die Überzeugung, dass wir mit dem Team die entscheidenden Punkte holen.“
Source: welt.de