„Und Federn überall“: Im Spinnrad jener Perversion

Ein geflügeltes Wort zum Geflügelfabriksroman: Wo gerupft wird, fliegen Federn! Im Verarbeitungsbetrieb Möllring im fiktiven emsländischen Städtchen Lasseren geht es jährlich 200 Millionen Hühnern ans Kleid. An den Sortierbändern stehen Arbeiterinnen wie Sonia, deren Aufgabe es ist, verholzte Brustfilets zu ertasten und auszusortieren. Zu schnelles Wachstum und zu enge Käfighaltung führen zum sogenannten woody breast syndrome.

Sortiererin Sonia ist eine von sechs Hauptfiguren, die über den Geflügelbetrieb in der norddeutschen Provinz miteinander verbunden sind. Eine weitere ist die Ingenieurin Anna, die sich in einer sexistischen Mittelstandswelt voller „Schrumpelärsche“ behaupten muss – mit einer Abtastsoftware, die effizienter ist als die menschliche Hand. Kameras können die hölzernen Brüstchen im Nu erkennen und aus dem Verkehr ziehen. Ein Betrieb unter Preisdruck sieht hier erhebliches Einsparpotenzial. Doch wäre es so schlimm, wenn Sonia ihren eintönigen Job nicht mehr machen müsste?

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