Die Ukraine und Russland haben sich gegenseitig Verstöße der vereinbarten Feuerpause über das orthodoxe Osterfest vorgeworfen. Demnach habe es in beiden Ländern mehrere Verletzte bei gegenseitigen Angriffen gegeben.
Russland und die Ukraine haben einander vorgeworfen, die Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest entlang der Frontlinie gebrochen zu haben. Zwar brachte die Feuerpause den meisten Ukrainerinnen und Ukrainern zumindest eine etwas ruhigere Nacht mit wenigen russischen Raketen- oder Langstreckendrohnenangriffen, die Sirenen blieben weitgehend stumm.
Doch entlang der Frontlinie hielt die Waffenruhe demnach nicht. Der ukrainische Generalstab sprach von mehr als 2.299 Verletzungen der Vereinbarung von russischer Seite bis Sonntagmorgen. Dies sei unter anderem durch Drohnen- und Artillerieangriffe geschehen. 1.723 der Verstöße hätten sich allein am Samstag ereignet.
Angriffe auf mehrere Orte
Im Gebiet Sumy im Norden der Ukraine habe Russland mit einer Drohne einen Krankenwagen angegriffen, drei medizinische Mitarbeiter seien verletzt worden. Ein Foto zeigt das völlig zerstörte Auto. Im Gebiet Charkiw im Osten des Landes meldeten die Behörden nach einem russischen Drohnenangriff zwei Verletzte in einem Lebensmittelgeschäft.
Nach Angaben des ukrainischen Projekts Deepstate, das den Kriegsverlauf verfolgt, habe Russland gestern Abend zudem im Gebiet Saporischschja mit einer Kleindrohne ukrainische Soldaten angegriffen, die Verletzte vom Schlachtfeld evakuieren wollten.
Russland meldet ukrainischen Angriff
Russland erklärte seinerseits, die ukrainischen Truppen hätten die von Präsident Wladimir Putin verkündete 32-stündige Feuerpause gebrochen. Die russischen Truppen dagegen respektierten sie, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau.
Demnach seien bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Region Kursk Zivilisten verletzt worden, meldeten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Unter ihnen sei auch ein Kind.
Die Waffenruhe soll noch bis heute um Mitternacht Moskauer Zeit (23 Uhr MESZ) gelten. Beide Seiten hatten sich dazu bereit erklärt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief dazu auf, die Waffenruhe über die orthodoxen Osterfeiertage hinaus zu verlängern.
Mit Informationen von Florian Kellermann, ARD-Studio Kiew
Konfliktparteien als Quelle
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Source: tagesschau.de