Nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes ist die Zustimmung in der russischen Bevölkerung zum Angriffskrieg gegen die Ukraine gesunken. Dem täglichen Geheimdienst-Update des britischen Geheimdienstes zufolge kann der Kreml nur noch auf die Unterstützung von einem Viertel der Bevölkerung zählen. Das zeigen offenbar an die Öffentlichkeit gelangte Daten russischer Behörden. Zu Beginn des Krieges habe die Unterstützung demnach bei 80 Prozent gelegen. Mit dem Beginn der Mobilmachung im September sei die Unterstützung geschwunden.
US-Geheimdienste sehen Erfolge für Ukraine
US-Geheimdienste rechnen im Verlauf des Winters mit einem weiteren Abflauen des Krieges. Bereits jetzt sei ein reduziertes Tempo der Kämpfe zu beobachten und beide Konfliktparteien versuchten, sich für weitere Kämpfe im Frühjahr neu aufzustellen, sagte US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines auf einem Militär-Forum in Simi Valley (Kalifornien). Jedoch herrsche in Geheimdienstkreisen ein „gewisses Maß an Skepsis“ darüber, ob die russischen Streitkräfte für neue Kämpfe im März überhaupt gerüstet seien. Diesbezüglich sei der Blick auf die Ukrainer optimistischer, so Haines. Derzeit verbrauche Russland mehr Munition, als es nachproduzieren könne.
Ukraine verhängt Sanktionen gegen orthodoxe Bischöfe
Der nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine hat neun Bischöfe und einen Diakon der orthodoxen Kirche auf seine Sanktionsliste gesetzt. Sie sollen sich im Krieg auf die Seite Russlands gestellt haben sollen. Dadurch wird ihr Vermögen eingefroren, ebenso sind ihnen bestimmte Handelsgeschäfte untersagt.
Bestraft wurde etwa der Vorsteher des berühmten Kiewer Höhlenklosters sowie der Metropolit der von Moskau annektierten Halbinsel Krim. Letzterem wird unter anderem vorgeworfen, er habe dafür votiert, dass sich seine Diözese der russisch-orthodoxen Kirche anschließt, anstatt ukrainisch-orthodox zu bleiben. Wie der ukrainische Inlandsgeheimdienst mitteilte, hätten andere betroffene Geistliche mit russischen Besatzungsbehörden zusammengearbeitet oder Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gerechtfertigt.
Weitere Ereignisse des Tages:
- Der Deutsche Botschafter in London, Miguel Berger, erwartet in den kommenden Wochen mehr Geflüchtete aus der Ukraine. Das sagte er dem britischen TV-Sender Sky News. Grund seien die verstärkten Angriffe Russlands auf Strom- und Heizkraftwerke.
- In der Ukraine sind nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur immer noch 500 Ortschaften ohne Strom.
- Der französische Präsident Emmanuel Macron hat dem Vorwurf von Marine Le Pen widersprochen, dass Waffenlieferungen an die Ukraine die Verteidigungsfähigkeit Frankreichs schwächten. Diese Behauptung sei sowohl falsch als auch gefährlich.
- Litauen hat zwei weitere deutsche Panzerhaubitzen instandgesetzt und zurück in die Ukraine geschickt. Seit dem Sommer gibt es in Litauen ein Wartungszentrum für Gefechtsfahrzeuge, das bereits sechs deutsche Panzerhaubitzen repariert hat.
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