Kiew warnt: Während Russland vom Iran-Krieg profitiert, verschlechtert sich die Lage für die Ukraine. Was die neuen Gespräche mit den USA bringen sollen.
Nach einer Pause wegen des Iran-Kriegs setzt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf neue Gespräche mit den USA über ein Ende des russischen Angriffskriegs in seinem Land ab Samstag. Er habe entsprechende Signale aus den USA empfangen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. „Es gab eine Verhandlungspause, nun ist es Zeit, sie zu beenden.“
Die Gruppe ukrainischer Unterhändler, die für den politischen Teil der Gespräche zuständig ist, sei bereits auf dem Weg in die USA. Selenskyj sagte, er habe mit dem Sekretär des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, seinem Stabschef Kyrylo Budanow und anderen Vertretern die Linie abgesprochen.
Treffen mit oder ohne russische Vertreter?
Der ukrainische Präsident sprach von einer Fortsetzung bestehender Verhandlungsformate, erwähnte russische Vertreter aber nicht ausdrücklich. In Moskau hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch gesagt, dass die trilateralen Verhandlungen einstweilen ruhten. Am Donnerstag schloss er eine Fortsetzung nicht aus, sowie die USA einen Termin dafür hätten.
Selenskyj: Verhandlungslage wird für Ukraine schlechter
In einer Videoschalte zum EU-Gipfel in Brüssel sagte Selenskyj, dass sich die Ausgangslage der Gespräche für Russland durch den Iran-Krieg verbessere, für die Ukraine aber verschlechtere. Dies dürfe nicht zugelassen werden. Moskau sehe, dass am Persischen Golf Flugabwehrmunition verbraucht werde, die der Ukraine fehle. Russland profitiere vom gestiegenen Ölpreise; die USA hätten Sanktionen gegen Moskau ausgesetzt. Dagegen stockten neue EU-Sanktionen; ein lebenswichtiger EU-Kredit von 90 Milliarden Euro für Kiew hänge in der Luft.
dpa
Source: stern.de