Delegationen der USA, Russlands und der Ukraine haben die erste Runde direkter Verhandlungen in Abu Dhabi über ein Ende des Kriegs in der Ukraine abgeschlossen. Die Gespräche seien „für heute beendet“, erklärte das ukrainische Präsidialamt am Freitagabend. Am Samstag sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Es ist das erste Mal, dass Vertreter der drei Länder über den US-Friedensplan beraten.
Am ersten Tag ging es laut dem ukrainischen Verhandlungsführer Rustem Umjerow um „die bestimmenden Faktoren“, die ein Ende des Krieges möglich machen könnten, sowie die „weitere Logik des Verhandlungsprozesses“. Die Verhandlungen hätten „das Ziel, einen würdigen und dauerhaften Frieden zu erreichen“, sagte Umjerow.
Kurz vor Beginn der Gespräche machte die russische Führung klar, dass sie weiterhin auf ihren Maximalforderungen beharre. Die verlangen, dass sich die ukrainischen Streitkräfte aus der kompletten Region Donbass zurückziehen, auch aus den Gebieten, die Russland noch nicht erobert hat. Die Ukraine lehnt das bisher strikt ab.
Russland beharrt auf seinen Maximalforderungen
Nach Angaben der US-Regierung sei der erste Tag der Gespräche in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate produktiv gewesen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich zurückhaltend. „Wir werden sehen, wie die Gespräche morgen verlaufen und was die Ergebnisse sein werden“, sagte er. „Es geht nicht nur um den Wunsch der Ukraine, diesen Krieg zu beenden und volle Sicherheit zu erlangen – es geht auch darum, dass Russland irgendwie einen ähnlichen Wunsch entwickelt.“
Das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate erklärte, die Verhandlungen sollten noch zwei Tage dauern.
Der ukrainischen Delegation gehörten laut Umjerow auch Präsidialkanzleichef Kyrylo Budanow, der Fraktionsvorsitzende der Präsidentenpartei im Parlament, David Arachamija, sowie Vize-Außenminister Serhij Kyslyzja an. Von US-Seite waren unter anderem der Sondergesandte Steve Witkoff, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der fürs Heer zuständige Staatssekretär Daniel Driscoll dabei. Die russische Verhandlungsdelegation wird vom Chef des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow, angeführt.