Verteidigungsminister Boris Pistorius und 41 weitere Staaten haben der Ukraine weitere Unterstützung im Kampf gegen die russische Aggression zugesagt. Nach einem Treffen der Ukraine Kontakt-Gruppe in Berlin sprach Pistorius von „erfolgreichen Gesprächen“ zu weiteren Waffen- und Munitionslieferungen für Kiew. An dem Treffen hatten neben Pistorius und seinem britischen Amtskollegen John Healey auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der ukrainischen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov teilgenommen. Die weiteren Teilnehmer waren per Video zugeschaltet.
Pistorius sagte am Mittwochabend nach dem Treffen: „Die Hilfen sind dringend nötig. Die Waffenruhe über Ostern wurde etwa 2000 Mal gebrochen. Mittlerweile geht der Terror unvermindert weiter.“ Russland profitiere derzeit vom Krieg im Nahen Osten, die Ölknappheit spüle viel Geld in Moskaus Kriegskasse. Pistorius kündigte zudem an, dass zahlreiche Verteidigungsminister am kommenden Freitag eine multinationale Mission für die Straße von Hormus besprechen wollten.
Luftverteidigung im Fokus
Die ukrainische Luftverteidigung zu stärken sei „zentraler Bestandteil unseres Hilfspakets“, sagte Pistorius weiter. Deutschland hatte der Ukraine hunderte Patriot-Flugkörper zugesagt, Iris-T Startgeräte nebst Munition, sowie die Weiterentwicklung von reichenweitenstarken Strike-Drohnen. Pistorius sagte, er hoffe auf eine rasche Freigabe der EU-Milliarden für die Ukraine, die von Ungarn blockiert worden war. Dafür sind 90 Milliarden für militärische Ausstattung und Wiederaufbau als zinslose Kredite geplant. Unter den weiteren Gebersummen wurden 500 Millionen Dollar aus Norwegen für Drohnen genannt.
Großbritannien hatte 120.000 Drohnen unterschiedlicher Bauarten zugesagt. Pistorius sagte, genau Angaben zu weiteren Gebern würden nicht gemacht, es gebe tatsächlich „eine Disbalance bei den Beiträgen, die geliefert werden“, ohne einzelne Länder namentlich zu erwähnen. Allerdings fällt auf, dass kaum weitere konkrete Angaben zu Waffenlieferungen, etwa aus Frankreich, Italien, Polen oder Spanien, gemacht wurden. Rutte sagte, es gebe bei der Lastenteilung noch Möglichkeiten der Arbeitsteilung. Es ist „eine begrenzte Zahl von Ländern, die die schwere Arbeit machen.“ Er sei aber optimistisch, was Verbesserungen betreffe.
Nach Aussage von Healey hat Russland zu Jahresanfang enorme Verluste erlitten. Etwa 35.000 Soldaten seien nach ukrainischen Angaben alleine im März verwundet oder getötet worden. „Putin verliert derzeit mehr Soldaten, als er rekrutieren kann. 96 Prozent der russischen Verluste gingen auf Drohnen zurück. Dies widerspreche dem russischen Narrativ eines unaufhaltsamen Vormarsches. Es gelinge, im Gegenteil, der Ukraine Erfolge zu erzielen, Putin Armee agiere „ohne jeden Schwung“.
Source: faz.net