Ukraine-Gespräche werden in Genf fortgesetzt

Stand: 18.02.2026 08:11 Uhr

In Genf verhandeln Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA heute weiter über ein Kriegsende. Dabei gibt es laut Beobachtern noch wenig Anzeichen für einen schnellen Durchbruch.

In Genf werden heute die Gespräche zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine fortgesetzt. Dabei gibt es nach Einschätzung von Beobachtern wenig Anzeichen für einen bevorstehenden Durchbruch, da die Positionen der verfeindeten Kriegsparteien noch weit auseinander liegen. So fordert Russland nach wie vor, dass sich die ukrainischen Streitkräfte freiwillig und komplett aus dem Donbass zurückziehen – also auch aus Gebieten, die die russische Armee bislang nicht besetzt hat.

Dies lehnt die ukrainische Seite kategorisch ab und fordert ihrerseits, dass Russland sämtliche Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des Landes einstellt. Außerdem verlangt die Ukraine verlässliche Sicherheitsgarantien ihrer Partner für den Fall eines Kriegsendes. Da die russischen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen auch während der Gespräche unvermindert weitergehen, gilt eine Einigung als unwahrscheinlich.

Witkoff spricht von „bedeutenden Fortschritten“

Ungeachtet dessen bewertet der US-Sondergesandte Steve Witkoff den Verlauf der gestrigen Verhandlungsrunde positiv. Der erste Tag habe „bedeutende Fortschritte“ gebracht. Er sei „stolz“, unter der Führung von US-Präsident Donald Trump „daran zu arbeiten, das Töten in diesem schrecklichen Konflikt zu beenden“, erklärte Witkoff. Beide Seiten einigten sich Witkoff zufolge darauf, ihre jeweiligen Staatschefs auf den neuesten Stand zu bringen und weiter auf eine Einigung hinzuarbeiten. Witkoff nimmt gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an den Gesprächen teil.

Zu den Gesprächen angereist sind auch Regierungsvertreter europäischer Staaten, darunter der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter, und der britische Sicherheitsberater Jonathan Powell. Allerdings sind sie nicht direkt an den trilateralen Gesprächen zwischen Ukraine, Russland und den USA beteiligt. Sie sprechen lediglich mit Vertretern der US-amerikanischen und der ukrainischen Delegation, nicht aber mit der russischen Seite. Beobachter halten diese Präsenz der Europäer für extrem wichtig, da es bei den Verhandlungen letztlich nicht nur um die Ukraine gehe, sondern vielmehr um die Sicherheit in ganz Europa.

Ukraine fühlt sich unter Druck gesetzt

Zwei vorherige Gesprächsrunden zwischen ukrainischen und russischen Delegationen in Abu Dhabi hatten kein Ergebnis gebracht. Trump hatte im Vorfeld der Gespräche erneut die Ukraine zu einer baldigen Einigung mit Moskau gedrängt. Kiew solle „besser schnell an den Verhandlungstisch kommen“, sagte Trump. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz beklagt, die USA würden oft nur die Ukraine zu Zugeständnissen drängen.

Mit Informationen von Kathrin Hondl, ARD-Studio Genf

Source: tagesschau.de