Türkei : Inhaftierter Journalist dieser Deutschen Welle in Einzelzelle verlegt

Der in der Türkei verhaftete Journalist der Deutschen Welle, Alican Uludağ, ist nach Angaben seines Anwalts in eine Einzelzelle im Hochsicherheitsgefängnis Marmara in Istanbul verlegt worden. Weiter teilte sein Anwalt mit, dass Uludağ trotzdem in guter Verfassung sei. Derzeit warten sie auf eine Antwort des Gerichts wegen seiner Haftbeschwerde. Medienberichten zufolge ist Uludağ bereits seit Montag in dem Gefängnis im Istanbuler Bezirk Silivri.

Vergangene Woche hatte ein Gericht in Istanbul einen Haftbefehl wegen Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gegen Uludağ erlassen. Die Vorwürfe beziehen sich den Angaben zufolge auf einen etwa eineinhalb Jahre alten Post auf X. Darin habe Uludağ Maßnahmen der Regierung kritisiert, die mögliche Terroristen des Islamischen Staates freigelassen habe. Der Regierung habe er Korruption vorgeworfen.

Neben dem Vorwurf der Beleidigung hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen „öffentlicher Verbreitung irreführender Informationen“ sowie wegen „Beleidigung der türkischen Nation, des Staates und der Institutionen“ eingeleitet.

Bundesregierung fordert Freilassung

Uludağ wohnt eigentlich mit seiner Familie in Ankara. Die Ermittlungen gegen ihn werden jedoch von der Istanbuler Staatsanwaltschaft geführt. Laut einem neuen Bericht der Deutschen Welle hatten die Behörden Uludağs Familie am Donnerstag noch mitgeteilt, dass eine Verlegung nach Ankara unmittelbar bevorstehe.

Dass Uludağ nun in Istanbul bleibt, liege an Verfahrensvorschriften, berichtet die DW unter Berufung auf seine Familie. Bislang wurde seine Akte nicht von der Istanbuler Staatsanwaltschaft an die zuständige Staatsanwaltschaft in Ankara weitergeleitet.

Der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kritisierte die Vorwürfe der türkischen Behörden gegen Uludağ als „haltlos“. Die Deutsche Welle und ihre Beschäftigten müssten „in der Türkei frei arbeiten und unabhängig berichten können“, teilte er vergangene Woche nach der Verhaftung von Uludağ mit und forderte seine Freilassung.

AnkaraAuslandBehördenBeleidigungBundesregierungDWFreiHaftbefehlIstanbulJustizKorruptionPostRecep TayyipRegierungStaatsanwaltschaftTerroristenTürkeiWeimerWolframX