Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
22:05 Uhr – Trump verspricht, US-Bürger zu schützen
Im Blick auf eine mögliche Eskalation des Krieges hat Trump nun angekündigt, US-Bürger könnten sich in Sicherheit wägen. In einem kurzen Telefonat am Dienstag mit dem Axel Springer Global Reporters Network, zu dem WELT gehört, sagte Trump, eine langfristige Strategie gegenüber Iran sei „alles, woran ich denke“. US-Bürger „werden gut geschützt sein – wegen mir“, so Trump.
21:29 Uhr – Papst verurteilt Trumps Kriegsrhetorik
Papst Leo XIV. weist Trumps Drohung gegen die iranische Zivilisation als inakzeptabel zurück. Angriffe auf die zivile Infrastruktur wären ein Verstoß gegen das Völkerrecht, sagte der in den USA geborene Leo, als er seinen Landsitz Castel Gandolfo südlich von Rom verließ. „Wie wir alle wissen, gab es heute diese Bedrohung für die gesamte iranische Bevölkerung. Das ist wirklich inakzeptabel“, erklärte er.
„Ich möchte alle dazu einladen, in ihrem Herzen wirklich an die vielen Unschuldigen zu denken“, sagte der Papst weiter, „an die vielen Kinder, an die vielen älteren Menschen, die völlig unschuldig sind und die ebenfalls Opfer dieser Eskalation eines Krieges wären, der bereits seit Tagen andauert.“
21:20 Uhr – Pakistan fordert Verlängerung des Ultimatums
Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif ruft US-Präsident Donald Trump auf, seine Frist an den Iran um zwei Wochen zu verlängern. Im Gegenzug bitte er die „iranischen Brüder“ aufrichtig, als Geste des guten Willens die Straße von Hormus für den entsprechenden Zeitraum zu öffnen. Die diplomatischen Bemühungen für eine friedliche Lösung des Krieges schritten stetig voran, so Sharif auf der Plattform X. Pakistan war zuletzt ein Mittler zwischen den USA und dem Iran.
Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagt dem Portal Axios, US-Präsident Donald Trump sei auf den Vorschlag Pakistans hingewiesen worden, das Ultimatum an den Iran um zwei Wochen zu verschieben. Eine Antwort werde kommen.
20:50 Uhr – US-Demokraten nennen Trump „wahnsinnig“ und fordern Absetzung
Nach den Drohungen von Donald Trump hinsichtlich einer Auslöschung des Iran haben ihn Politiker der Demokraten als „Wahnsinnigen“ bezeichnet und seine Absetzung gefordert. „Der Präsident hat den Verstand verloren“, schrieb der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, im Onlinedienst X. Scharfe Kritik kam auch von Demokraten im Kongress: „Der Kriegsverbrecher im Weißen Haus droht mit Genozid“, erklärte die Abgeordnete Rashida Tlaib, eine in den USA geborene Tochter palästinensischer Einwanderer aus dem Bundesstaat Michigan. „Dieser Wahnsinnige sollte aus dem Amt entfernt werden“, forderte sie.
„Trump hat gerade gedroht, 100 Millionen Menschen abzuschlachten“, empörte sich der Abgeordnete Shri Thanedar aus Michigan. Die Parlamentarierin Diana DeGette aus Colorado schrieb, Trump drohe „offen mit Kriegsverbrechen gegen die gesamte iranische Zivilisation“. Sie rief den Kongress auf, ein Verfahren nach dem 25. Zusatzartikel der US-Verfassung einzuleiten. Nach dem Artikel von 1967 kann der Kongress den Präsidenten mit Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern für amtsunfähig erklären. Derzeit haben die Demokraten allerdings weder im Senat noch im Repräsentantenhaus eine Mehrheit. Die iranischstämmige Abgeordnete Yassamin Ansari aus Arizona hatte als erste ein solches Verfahren gegen Trump gefordert. „Trump eskaliert einen verheerenden, völkerrechtswidrigen Krieg, droht mit massiven Kriegsverbrechen und nimmt zivile Infrastruktur im Iran ins Visier“, schrieb die Demokratin dazu auf X.
Als einzige Republikanerin forderte die frühere Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene eine Absetzung Trumps wegen mentaler Unfähigkeit. „Wir können nicht eine ganze Zivilisation töten“, schrieb sie auf X. „Das ist böse und wahnsinnig.“ Taylor Greene hatte im Streit um die Freigabe der Epstein-Akten mit dem Präsidenten gebrochen.
20:30 Uhr – Bundesregierung müsste Trump-Ankündigung verurteilen, fordert Masala
Der Politikwissenschaftler Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München sieht die Bundesregierung in der Pflicht, die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Angriffe auf die zivile Infrastruktur des Iran zu verurteilen. „Angriffe auf zivile Ziele sind letzten Endes Kriegsverbrechen“, sagt Masala dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Diese seien zwar auch von den USA schon begangen worden, sie hätten die Verbrechen aber nie angekündigt. „Wenn es dazu kommt, kann auch eine Bundesregierung mit ihrem ,Wir sind jetzt mal ganz ruhig‘-Kurs nicht einfach fortfahren. Sie müsste das vielmehr sehr eindeutig und klar verurteilen. Und das bedeutet: Wir laufen auf den endgültigen Bruch der Nato zu.“
20:23 Uhr – UN legt vorläufige Erkenntnisse zu getöteten Blauhelm-Soldaten vor
Nach dem Tod von drei UN-Blauhelmsoldaten im Südlibanon hat die UN-Friedensmission UNIFIL erste konkrete Hinweise auf mögliche Verantwortliche vorgelegt. Nach vorläufigen Erkenntnissen sei ein Angriff Ende März durch einen Panzer der israelischen Armee erfolgt, ein zweiter am Folgetag durch eine von der Hisbollah gelegte Sprengfalle, teilte ein UN-Sprecher in New York mit.
20:17 Uhr – Iran verurteilt Trumps Drohung: Möglicherweise „Anstachelung zum Völkermord“
Der iranische UN-Gesandte Amir-Saeid Irawani hat die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen sein Land als „Aufforderung zu Kriegsverbrechen“ verurteilt. Möglicherweise sei Trumps Ankündigung, am Abend werde eine „ganze Zivilisation sterben“, wenn der Iran sich nicht seiner Forderung nach einer Freigabe der Meerenge von Hormus unterwerfe, sogar eine „Anstachelung zum Völkermord“, sagte Irawani am Dienstag. Die internationale Gemeinschaft müsse Trumps Rhetorik entgegentreten, bevor es zu spät sei.
18:53 Uhr – Iran will Internet bis Kriegsende blockieren
Irans Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani hat einen freien Zugang der Bevölkerung zum globalen Internet vorerst ausgeschlossen. Sie sagte im staatlichen Fernsehen Irib, die Regierung verfolge zwar das Ziel eines freien Internetzugangs, aber im Krieg gelten andere Überlegungen.
Es handelt sich um die bislang längste ununterbrochene Internetsperre in der Geschichte des Landes.
18:45 Uhr – Iran bricht laut Medienberichten nach Drohungen Kontakt mit US-Seite ab
Nach den heftigen Drohungen von Präsident Donald Trump hat der Iran Medienberichten zufolge den Kontakt mit der US-Seite abgebrochen. Der Iran habe seine „direkte Kommunikation“ mit den USA unterbrochen, schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Beamte im Nahen Osten. Der Schritt verkompliziere die Bemühungen um eine Einigung, Gespräche über Vermittler liefen aber weiter.
Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf hochrangige iranische Beamte, Teheran habe seine „Verhandlungsbemühungen mit den USA“ eingestellt. Eine iranische Regierungssprecherin teilte mit, dass es über die Vermittlerstaaten weiterhin einen Austausch gebe, der jedoch bislang zu keinem Durchbruch geführt habe. „Die Sprache der Herabwürdigung und Beleidigung blockiert derzeit den Weg zu jeder Verständigung und einer möglichen Einigung“, sagte sie im Staatsfernsehen Irib.
18:38 Uhr – UN-Hochkommissar: Trumps Drohung gegen den Iran „widerlich“
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, warnt nach den jüngsten US-Drohungen gegen den Iran vor schweren Völkerrechtsverletzungen. Er verurteile insbesondere die Drohungen, eine ganze Zivilisation auszulöschen und zivile Infrastruktur anzugreifen, sagte der österreichische UN-Diplomat in Genf. „Das ist widerlich“, meinte er nach entsprechenden Aussagen von US-Präsident Donald Trump.
Die Umsetzung solcher Drohungen komme schwersten Völkerrechts-Verbrechen gleich, warnte Türk in seiner Stellungnahme, ohne das US-Staatsoberhaupt explizit zu nennen. Der Hochkommissar kritisierte jedoch nicht nur Trump. Er verurteilte „die Flut hetzerischer Rhetorik“ von allen Kriegsparteien, die in den letzten Wochen in dem Konflikt zu hören gewesen sei. Türk verlangte einen sofortigen Stopp von Drohungen gegen Zivilisten. Er forderte internationale Bemühungen, um die Lage im Nahen und Mittleren Osten zu deeskalieren.
18:09 Uhr – Russland und China blockieren UN-Resolution zur Straße von Hormus
China und Russland haben ihr Veto gegen eine UN-Sicherheitsratsresolution für eine Wiederöffnung der Meerenge von Hormus eingelegt. Vor der Abstimmung am Dienstag war der Text der Resolution bereits mehrfach entschärft worden, in der Hoffnung, dass sich die beiden Vetomächte der Stimme enthalten würden. Am Ende gab es neben den beiden entscheidenden Nein-Stimmen Chinas und Russlands elf Voten für den Text und zwei Enthaltungen.
17:30 Uhr – Weißes Haus dementiert Atom-Drohung
Das Weiße Haus hat bestritten, dass die US-Regierung dem Iran mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht hat. Das Weiße Haus kommentierte im Onlinedienst X den Videoclip einer Rede von Vizepräsident J.D. Vance in Budapest. Darin sagt Vance in Richtung Iran: „Wir haben Werkzeuge im Kasten, deren Einsatz wir bisher noch nicht beschlossen haben.“
Von einigen Nutzern auf X wurden die Worte des Vizepräsidenten so interpretiert, als habe er einen Einsatz von Nuklearwaffen angedeutet. Das Weiße Haus schrieb dazu: „Wortwörtlich nichts von dem, was (der Vizepräsident) hier gesagt hat, ‚deutet das an‘“. Alle, die das Gegenteil behaupteten, seien „absolute Vollidioten“. Vance bezog sich in der Rede auf das Ultimatum von Präsident Donald Trump gegen den Iran.
Dieser hatte der Führung in Teheran mit massiven Angriffen auf Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte der Iran nicht ein Abkommen zum Ende seines Atomprogramms schließen und die Straße von Hormus wieder öffnen. Kurz vor Ablauf der Frist um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwochfrüh 02.00 Uhr MESZ) legte Trump nach und drohte mit der Auslöschung „einer gesamten Zivilisation“. Vance äußerte sich in seiner Rede „zuversichtlich“, dass es nicht zum Äußersten kommen werde. Er verwies auf weiter laufende Gespräche.
17:20 Uhr – Preise für sofort lieferbares Öl auf Rekordhoch – Händler spricht von Panik
Aus Sorge vor einem akuten Ölmangel infolge des Iran-Krieges zahlen europäische und asiatische Raffinerien Rekordpreise für sofortige Lieferungen. Die Nordsee-Sorte Forties erreichte am Dienstag laut LSEG-Daten mit 146,09 Dollar ein Allzeithoch und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2008. Damit liegt der Preis für physisches Öl, das direkt verfügbar ist, weit über den Notierungen für Terminkontrakte, bei denen die Lieferung in der Zukunft erfolgt. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sei schlichtweg Panik, sagte der langjährige Ölhändler Adi Imsirovic. „Wenn es eine echte, physische Knappheit gibt, denken die Leute nicht an Lieferungen im Juli (…), sondern an Öl, das jetzt verfügbar ist.“
16:33 Uhr – Israels Luftwaffe greift Bahnstrecken im Iran an
Israels Luftwaffe hat nach Angaben des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Iran Eisenbahnstrecken und Brücken angegriffen. Diese würden von den Revolutionsgarden genutzt und dafür „verwendet, Rohstoffe für Waffen, Waffen selbst sowie die operativen Kräfte zu transportieren, die uns, die USA und auch die Länder der Region angreifen – jene operativen Kräfte, die zugleich das iranische Volk unterdrücken“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Die Vorwürfe lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
16:00 Uhr – US-Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an
Laut US-Medien nehmen die US-Streitkräfte Dutzende militärische Ziele auf der Insel Charg im Persischen Golf ins Visier. Die Angriffe erfolgten in der Nacht zum Dienstag und am frühen Morgen, wie etwa der US-Sender Fox News unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten meldete. Der Sender NBC News berichtete, gestützt auf einen US-Beamten, dass es Luftangriffe entlang der Nordseite der für den iranischen Ölexport zentralen Insel gegeben habe, jedoch keinerlei Bodeneinsatz. Die Angriffe richteten sich gegen Militärbunker und Lagerstätten, Luftabwehrsysteme und andere militärische Einrichtungen, nicht aber gegen Irans Öl.
15:38 Uhr – Macron: Zwei im Iran inhaftierte Franzosen sind frei
Zwei lange im Iran inhaftierte Franzosen sind frei und haben das Land verlassen. „Cécile Kohler und Jacques Paris sind nach dreieinhalb Jahren Haft im Iran auf dem Weg nach Frankreich“, schreibt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Onlinedienst X. Er dankt dem Oman für seine Vermittlung.
14:23 Uhr – Trump droht Iran: „Ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben“
US-Präsident Donald Trump warnt den Iran erneut und dringt auf eine Einigung. Sollte kein Abkommen zur Beendigung des Konflikts erzielt werden, werde „heute Nacht eine ganze Zivilisation sterben“, schreibt er auf Truth Social.
13:55 Uhr – Iran meldet landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur
Der Iran berichtet von Angriffen auf Verkehrsinfrastruktur. Neben der Bombardierung einer Eisenbahnbrücke waren auch mehrere Autobahnen Ziel von Luftangriffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. In der Provinz Ost-Aserbaidschan etwa sei eine Autobahn nach Einschlägen von Geschossen gesperrt worden. Das Krisenmanagement der Provinz forderte die Bevölkerung auf, nicht notwendige Reisen bis auf Weiteres zu unterlassen.
In derselben Provinz sei außerdem eine Autobahnbrücke auf der Strecke zwischen der Millionenstadt Tabris und der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Sandschan attackiert worden, berichtete die Zeitung „Etemad“. Nahe der Pilgerstadt Ghom südlich von Teheran meldeten iranische Medien unterdessen einen Angriff auf eine Brücke an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt.
13:30 Uhr – Bericht: US-Militär greift militärische Ziele auf iranischer Insel Charg an
Das US-Militär greift einem Medienbericht zufolge militärische Ziele auf der iranischen Insel Charg an. Dies berichtet der Reporter des US-Nachrichtenportals „Axios“ Barak Ravid auf X unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten hochrangigen US-Regierungsvertreter.
12:22 Uhr – Iran meldet Explosionen auf Ölinsel Charg
Der Iran meldet wieder Explosionen auf der Insel Charg im Persischen Golf. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Insel werde angegriffen. Dort hatte das US-Militär bereits Mitte März Luftangriffe ausgeführt. Weitere Details wurden nicht genannt.
12:16 Uhr – Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – zwei Tote
Bei einem Schusswechsel mit Einsatzkräften vor dem israelischen Konsulat in der türkischen Metropole Istanbul sind einem Bericht zufolge zwei Angreifer getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, berichtete der Sender CNN Türk unter Berufung auf die Behörden. Zudem seien zwei Polizisten verletzt worden.
11:48 Uhr – Geheimdienst-Memo soll Ort und Zustand von Modschtaba Chamenei verraten
Nach einem Bericht der britischen Zeitung „The Times“ ist Irans neuer Oberster Führer Modschtaba Chamenei schwer verletzt. Er soll in der heiligen Stadt Ghom medizinisch behandelt werden. Die Zeitung beruft sich auf ein Geheimdienst-Memo, das demnach auf amerikanischen und israelischen Erkenntnissen basiert und mit Verbündeten am Golf geteilt wurde. Darin heißt es, Chamenei befinde sich in einem „schweren“ Zustand und sei derzeit nicht in der Lage, Entscheidungen für das Regime zu treffen. Das deute darauf hin, dass Chamenei nicht bei Bewusstsein sei, berichtet „The Times“.
Der neue Oberste Führer ist seit dem Luftangriff, bei dem sein Vater Ali Chamenei getötet wurde, abgetaucht. Nach iranischen Angaben ist Modschtaba Chamenei bei demselben Angriff verletzt worden, bei dem auch seine Mutter, seine Ehefrau und einer seiner Söhne ums Leben gekommen seien. Dem Bericht zufolge wird in Ghom zugleich die Bestattung des früheren Machthabers vorbereitet.
11:24 Uhr – Iranische Staatsmedien melden 18 Tote bei Luftangriff im Norden des Landes
Bei einem Luftangriff sind in der iranischen Provinz Albors nordwestlich von Teheran laut staatlichen Medienberichten mindestens 18 Menschen getötet worden. Weitere 24 Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, berichtete die der Justiz nahestehende Nachrichtenagentur Misan. Nähere Informationen wurden nicht gegeben. Eine Reihe schwerer Luftangriffe traf auch Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran, darunter ein mögliches Waffenlager in den Bergen und Wohngebiete.
10:07 Uhr – IEA: Ölkrise schwerwiegender als die von 1973, 1979 und 2022 zusammen
Die aktuelle Öl- und Gaskrise, die durch die Blockade der Straße von Hormus ausgelöst wurde, ist dem Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge schwerwiegender als die Krisen von 1973, 1979 und 2022 zusammen. „Die Welt hat noch nie eine Unterbrechung der Energieversorgung dieses Ausmaßes erlebt“, sagte Fatih Birol im Interview mit der französischen Zeitung „Le Figaro“. Europa, Japan, Australien und andere würden dadurch belastet, aber die am stärksten betroffenen Länder seien die Entwicklungsländer. Die IEA-Mitgliedsländer hatten sich im vergangenen Monat zur Entlastung darauf geeinigt, einen Teil ihrer strategischen Reserven freizugeben. Ein Teil davon sei bereits freigegeben worden, und der Prozess gehe weiter, sagte Birol.
08:55 Uhr – Iran greift Großraum Tel Aviv erneut mit Streumunition an
Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv hat der Iran nach israelischen Militärangaben erneut international geächtete Streumunition eingesetzt. Am Morgen heulten auch im Stadtzentrum der Küstenmetropole die Warnsirenen, die Bürger liefen in Schutzräume. Es waren dumpfe Explosionen zu hören. Der israelische TV-Sender berichtete, es habe etwa zehn Einschlagsorte gegeben. Dabei sei Sachschaden an Gebäuden und Fahrzeugen verursacht worden. Berichte zu Verletzten gibt es bislang nicht. Auch die Hafenstadt Eilat an der Südspitze Israels wurde nach Medienberichten mit Streumunition angegriffen.
08:16 Uhr – Bericht: Iran fordert zwei Millionen Dollar für Hormus-Passage
Der Iran fordert für eine Feuerpause mit Israel und den USA laut einem Medienbericht Sicherheitsgarantien und ein Ende israelischer Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Südlibanon. Die „New York Times“ schrieb unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte iranische Regierungsvertreter, Teheran wolle zudem Zusicherungen, künftig nicht Ziel weiterer Angriffe zu werden.
Nach dem Bericht sieht ein von Teheran vorgeschlagener Plan vor, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Iran wolle jedoch eine Gebühr von rund zwei Millionen Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) pro Schiff erheben. Die Einnahmen würden demnach mit Oman geteilt, das an die Wasserstraße angrenzt. Iran wolle seinen Anteil an den Einnahmen für den Wiederaufbau von Infrastruktur verwenden, die bei US-israelischen Angriffen beschädigt worden sei, berichtete die „New York Times“ weiter. Auf direkte Entschädigungsforderungen würde Teheran demnach verzichten.
07:56 Uhr – Israelisches Militär warnt Iraner vor Zugfahrten
Das israelische Militär warnt die Bevölkerung im Iran davor, mit dem Zug zu reisen oder sich in der Nähe von Bahnstrecken aufzuhalten. Wer sich dort aufhalte, gefährde sein Leben, hieß es in einem auf Farsi formulierten Post auf der Plattform X. Die Warnung gelte ab sofort bis 21.00 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MESZ).
06:54 Uhr – Steht der Krieg vor einer dramatischen Eskalation?
Im Iran-Krieg zeichnet sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran keine Einigung ab. Während Trump seine Warnung vor einer „völligen Zerstörung“ aller iranischen Kraftwerke und Brücken bekräftigte, falls Teheran nicht bis Mittwochnacht 2.00 Uhr MESZ die Straße von Hormus öffnet, verspottete ein Sprecher der iranischen Militärführung dies als „haltlose Drohungen“ eines „wahnhaften“ Präsidenten. Der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, sagte laut Staatsmedien, die „rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten“ würden Irans Angriffe gegen die „amerikanischen und zionistischen Feinde“ nicht stoppen.
Der Iran lehnt eine Waffenruhe ab. Laut Staatssender Irib übergab Teheran den Vermittlern ein zehn Punkte umfassendes Papier mit eigenen Forderungen wie einer Beendigung des Kriegs, Kriegsreparationen sowie die vollständige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen das Land. Die Revolutionsgarden, die das eigentliche Sagen im Iran haben, fordern zudem das Recht auf Uran-Anreicherung, den Abzug aller US-Stützpunkte aus dem Persischen Golf sowie die Kontrolle der Straße von Hormus durch den Iran. Ein US-Beamter habe die Antwort des Irans als „maximalistisch“ bezeichnet, schrieb der Reporter des US-Nachrichtenportals „Axios“ Barak Ravid auf X. Es sei unklar, ob dies Fortschritte hin zu einer diplomatischen Lösung ermögliche.
04:54 Uhr – UN-Sicherheitsrat über Einsatz von Gewalt in Hormus-Straße abstimmen
Der UN-Sicherheitsrat stimmt Diplomatenkreisen zufolge am Dienstag über eine vom Golfkooperationsrat geforderte Freigabe eines Einsatzes von Waffengewalt zum Schutz der Straße von Hormus ab. Die Abstimmung ist für 11.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MESZ) angesetzt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen erfuhr. Vergangene Woche war eine Abstimmung über den von Bahrain eingebrachten Resolutionsentwurf aufgrund drohender Vetos mehrmals verschoben worden.
04:13 Uhr – Japan will wegen Iran-Kriegs eng mit G 7 kooperieren
Japan will wegen der starken Schwankungen an den Finanzmärkten infolge des Nahost-Konflikts eng mit den anderen G-7-Staaten zusammenarbeiten. Dies kündigt Finanzministerin Satsuki Katayama an. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen steigt auf den höchsten Stand seit 1999, während der Yen nahe der Marke von 160 zum Dollar notiert. Die G-7-Finanzminister hätten bereits vergangene Woche über die weitreichenden Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten beraten, sagt Katayama weiter.
02:53 Uhr – Israelische Armee gibt neue Angriffswelle gegen Iran bekannt
Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen Iran bekannt gegeben. Dabei sei „Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes in Teheran und in zusätzlichen Gebieten im Iran“ anvisiert worden, teilte die Armee im Onlinedienst X mit. Zugleich erklärte sie, die israelische Luftabwehr reagiere derzeit auf Raketenangriffe aus dem Iran.
02:12 Uhr – UN-Chef warnt vor Angriffen auf Irans zivile Infrastruktur
UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA und Israel aufgefordert, Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur nicht anzugreifen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstoßen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York. „Selbst, wenn bestimmte zivile Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werden könnte, würde das humanitäre Völkerrecht Angriffe darauf dennoch verbieten“, wenn „übermäßige“ Schäden für Zivilisten zu erwarten seien. Es sei „höchste Zeit, dass die Parteien diesen Konflikt beenden“, sagte Guterres laut dem Sprecher.
01:46 Uhr – Libanon: USA und Ägypten wollen Grenzübergang nach Syrien schützen
Die USA und Ägypten haben Israel gedrängt, von einem Angriff auf den wichtigsten Grenzübergang zwischen Libanon und Syrien Abstand zu nehmen. Dies teilte der libanesische Geheimdienstchef Hassan Choucair mit. Er sprach von „laufenden Kontakten“ Washingtons und Kairos, die darauf abzielten, den Masnaa-Grenzübergang nach Syrien zu schützen und wieder zu öffnen.
Der Übergang ist seit Samstag geschlossen, nachdem Israel gewarnt hatte, er könne wegen angeblicher Waffenschmuggelaktivitäten der libanesischen Hisbollah-Miliz ins Visier genommen werden. Regierungsvertreter im Libanon und in Syrien wiesen dies zurück und erklärten, die Fahrzeuge würden gründlich kontrolliert.
01:13 Uhr – Saudi-Arabien fängt sieben ballistische Raketen ab
Saudi-Arabien fängt nach eigenen Angaben sieben ballistische Raketen ab, die auf die östliche Region des Landes abgefeuert werden. Trümmer der abgefangenen Geschosse seien in der Nähe von Energieanlagen niedergegangen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Die Behörden prüfen mögliche Schäden. Wer die Raketen abgefeuert hat, teilt das Ministerium zunächst nicht mit.
00:23 Uhr – Kampfjet-Rettungsmission: Mehr als 150 Flugzeuge beteiligt
An der Rettung des Waffenoffiziers eines abgeschossenen US-Kampfjets im Iran waren nach Angaben von Präsident Trump mehr als 150 Flugzeuge beteiligt. Ein großer Teil davon sei für ein Täuschungsmanöver an verschiedenen Orten im Einsatz gewesen, sagte der Republikaner im Weißen Haus. Der verletzte Offizier selbst sei unterdessen stark blutend steile Felswände hinaufgeklettert. Während er seine Wunden versorgt habe, habe er Kontakt zu den US-Streitkräften aufgenommen.
Montag, 6. April
23:45 Uhr – Nach Angriffen auf iranisches Akw: IAEA warnt vor „sehr realer Bedrohung“
Angesichts des bereits vierten Angriffs auf das Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vor einer „sehr realen Bedrohung für die nukleare Sicherheit“ gewarnt. Luftangriffe auf ein in Betrieb befindliches Akw „könnten einen schweren radiologischen Unfall mit schädlichen Folgen für Mensch und Umwelt im Iran und darüber hinaus“ verursachen, erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi im Onlinedienst X. Diese „sehr reale Bedrohung“ müsse aufhören.
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Source: welt.de