Trump will keinen Militäreinsatz: Kuba leidet unter chaotischen Zuständen – und versinkt im Müll

Trump will keinen MilitäreinsatzKuba leidet unter chaotischen Zuständen – und versinkt im Müll

17.02.2026, 08:44 Uhr

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In der Hauptstadt Havanna stapeln sich die Müllberge, da die Müllabfuhr nicht mehr fahren kann. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die verschärften US-Sanktionen gegen Kuba treiben das Land in eine wirtschaftliche Krise. Besonders der Treibstoffmangel macht der Bevölkerung zu schaffen. Sogar US-Präsident Trump spricht von einer „humanitären Bedrohung“ – ausgelöst von seiner eigenen Politik.

In der Hauptstadt Havanna türmen sich wegen verschärfter US-Sanktionen die Müllberge. Aufgrund des daraus resultierenden Treibstoffmangels seien von 106 Müllwagen nur noch 44 einsatzbereit, berichtete das staatliche Nachrichtenportal Cubadebate. An den Straßenecken der Hauptstadt stapeln sich Abfälle.

„Seit mehr als zehn Tagen ist kein Müllwagen mehr gekommen“, sagte ein Anwohner. In anderen Städten der Karibikinsel warnten Einwohner in sozialen Medien vor Risiken für die öffentliche Gesundheit. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sei sehr besorgt über die Lage, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric.

US-Präsident Donald Trump hält einen US-Militäreinsatz gegen die Regierung in Kuba nicht für notwendig. Auf die Frage, ob Washington die kubanische Regierung ähnlich wie die venezolanische Anfang des Jahres mithilfe des Militärs absetzen werde, antwortete Trump vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One: „Ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird.“

Kuba sei „ein gescheiterter Staat“, sagte der US-Präsident. Er drängte Havanna, ein Abkommen mit den USA zu schließen. Mit Blick auf die Treibstoffknappheit sprach Trump außerdem von einer „humanitären Bedrohung“.

Venezuela lieferte Öl

Hintergrund ist der Einbruch der nationalen Ölversorgung in den vergangenen zwei Monaten. Die USA hatten nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Venezuelas Öllieferungen an Kuba einstellen lassen. Venezuela war der wichtigste Öllieferant für Kuba. Auch die Regierung in Mexiko stoppte die Transporte, nachdem Washington den Ländern, die Kuba beliefern, mit Zöllen gedroht hatte.

Die USA halten seit 1960 ein Embargo gegen Kuba aufrecht. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat ihre Haltung jedoch in den vergangenen Monaten verschärft und Sanktionen gegen Schiffe verhängt, die Öl auf die Insel bringen. Damit soll der Druck für einen politischen Wandel in Kuba erhöht werden. Die Vereinten Nationen haben die USA wiederholt aufgefordert, das Embargo zu beenden.

Kuba hat bereits mit häufigen Stromausfällen sowie Lebensmittel- und Medikamentenknappheit zu kämpfen. Die Regierung hat deshalb Notfallmaßnahmen angeordnet, darunter Beschränkungen für den Treibstoffverkauf und Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Mexiko entsandte tonnenweise Hilfsgüter auf die Karibikinsel. Spanien kündigte ähnliche Schritte an.

Quelle: ntv.de, raf/rts/AFP

Source: n-tv.de