In einem Krieg, der an der öffentlichen Front genauso heftig geführt wird wie an der militärischen, ist es auch Propaganda, wenn es von iranischer Seite heißt, Trump verhandle nur mit sich selbst. Immerhin gibt es Berichte über Vermittlungsbemühungen dritter Staaten.
Aber die Bemerkung des iranischen Militärsprechers enthält auch einen Funken Wahrheit. Trump ringt auf offener Bühne damit, wie er einen Krieg und dessen Folgen beherrschen kann, den er selbstherrlich und ohne unmittelbare Bedrohung begonnen hat. Einfach den Sieg zu erklären, wie er sich das vielleicht vorgestellt hat, wird nicht möglich sein, solange das (eigentlich geschwächte) iranische Regime weiter feuern lässt.
Die bitteren Erfahrungen im Irak
Noch dazu hat es sich in der Straße von Hormus einen mächtigen Hebel geschaffen, den es vor dem Krieg nur theoretisch hatte. Auch den muss Trump ihm nun aus der Hand schlagen, sonst entsteht hier eine dauerhafte Belastung für die Machtbalance am Golf und die Weltwirtschaft.
Amerikas militärische Stärke sollte man nie unterschätzen. Dass Trump immer mehr Bodentruppen in den Nahen Osten verlegen lässt, verschafft ihm weitere Optionen. Es führt aber auch auf einen Weg, den Amerika nach den bitteren Erfahrungen im Irak nicht mehr gehen wollte, ganz besonders nicht die MAGA-Bewegung.
Wie schon in der Ukraine lernt der Präsident, dass Kriege nicht so leicht zu beenden sind, wie er gern behauptet. Diesmal ist es allerdings sein eigener.
Source: faz.net