marktbericht
Was, wenn US-Präsident Trump diesmal Ernst macht mit seinen Drohungen gegen Iran? Vor Ablauf des jüngsten Ultimatums wollten Anleger keine Risiken eingehen. Der DAX fiel wieder zurück.
Einen der „wichtigsten Momente der langen und komplexen Weltgeschichte“ beschwor heute Donald Trump, verbunden mit weiteren Drohungen in Richtung Teheran. Während die Märkte gebannt auf das jüngste Ultimatum des US-Präsidenten schauen, bleibt ungewiss, ob dieser erneut einen Rückzieher macht oder diesmal seine Drohungen wahr macht.
Nach Ablauf der Frist in der kommenden Nacht um 2.00 Uhr deutscher Zeit werde „eine ganze Zivilisation sterben„, so Trump. Zuvor hatte er die „völlige Zerstörung“ aller iranischen Kraftwerke und Brücken angekündigt, falls das Regime nicht die Straße von Hormus öffne. Schon im Tagesverlauf meldete Iran Angriffe auf Autobahnen und Brücken sowie die Ölinsel Charg.
Der DAX hatte zwischenzeitlich sogar deutlich zugelegt, als die Ölpreise unter Druck gerieten. Im Verlauf fiel der deutsche Leitindex aber wieder zurück und schloss 1,1 Prozent tiefer bei 22.921 Punkten. Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen setzten einige Anleger offenbar auf einen Last-Minute-Deal, kommentierte Marktanalyst Timo Emden.
Auch an der Wall Street ziehen sich viele Anleger zurück, nachdem sich der Aktienmarkt an den vorangegangenen Handelstagen robust gezeigt hatte. Am frühen Abend notierte der Dow Jones 0,9 Prozent tiefer.
Öl bleibt für die Börse der entscheidende Faktor. Die Angst vor Versorgungsengpässen treibt den Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent weiter an. Am frühen Abend notierte die europäische Ölsorte bei 109 Dollar pro Barrel. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte nun, dass der Iran-Krieg zu höherer Inflation und einem langsameren globalen Wachstum führen werde.
Die in der Gruppe OPEC+ zusammengeschlossenen Ölproduzenten hatten am Wochenende eine Erhöhung ihrer Förderquoten beschlossen. Laut Experten dürfte der Schritt zunächst aber nicht zu einer Verbesserung der Versorgungslage führen.
Die Lufthansa warnte, dass es im Falle eines länger anhaltenden Kriegs zu Engpässen bei der Kerosinversorgung kommen könnte. „Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig“, sagte Lufthansa-Vorständin Grazia Vittadini der Welt am Sonntag. „Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden.“
Die Commerzbank beharrt im Übernahmeringen mit ihrem Großaktionär UniCredit auf ihrer Eigenständigkeit und will Anfang Mai neue Finanzziele verkünden. Auf Grundlage der jüngsten Verlautbarungen der italienischen Großbank sei „eine einvernehmliche Lösung aus Sicht der Commerzbank aktuell nicht erkennbar“, teilte der DAX-Konzern mit. Die Bank werde mit der Veröffentlichung ihrer Zahlen für das erste Quartal am 8. Mai eine Anhebung ihrer Finanzziele kommunizieren.
UniCredit hatte Mitte März ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien angekündigt. Die Commerzbank teilte mit, in den vergangenen Wochen hätten „mehrere Interaktionen“ stattgefunden, um Grundlagen und Potenziale des Übernahmeangebots „konstruktiv zu eruieren“. Doch die von UniCredit skizzierten Eckpfeiler einer Transaktion hätten kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial für die Commerzbank-Aktionäre aufgezeigt.
Stark gestiegene Preise für Speicherchips haben Samsung zu einem erneuten Gewinnsprung verholfen. Ein Ende dieses Trends ist dem südkoreanischen Elektronik-Konzern zufolge nicht in Sicht. Samsung sagte daher für das laufende zweite Quartal 2026 den dritten Rekordgewinn in Folge voraus.
Im abgelaufenen ersten Quartal kletterte das operative Ergebnis vorläufigen Berechnungen zufolge auf einen Höchstwert von umgerechnet 33 Milliarden Euro. Dies ist nahezu dreimal so hoch wie die bisherige Bestmarke aus dem vierten Quartal 2025 und etwa achtmal so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Source: tagesschau.de