Trump stichelt gegen die Nato – und irritiert Japans Regierungschefin mit Pearl-Harbor-Bemerkung

Der Zeitpunkt des US-Angriffs auf den Iran war für viele Beobachter überraschend. Beim Besuch von Japans Regierungschefin im Weißen Haus sorgt Trump mit einer Analogie zum Zweiten Weltkrieg für Aufsehen.

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi mit einem historischen Vergleich zu Pearl Harbor für Aufsehen gesorgt. Trump sprach über die Nato-Verbündeten – und kritisierte diese einmal mehr. Japan stehe im Gegensatz zu den Nato-Partnern zu seiner Verantwortung, sagte Trump. „Wir haben in allen Belangen enorme Unterstützung von Japan erfahren und pflegen ein hervorragendes Verhältnis zu diesem Land.“

Ein Reporter fragte, warum die USA Japan und ihre europäischen Verbündeten nicht im Voraus über den Angriff auf den Iran informiert hätten. Es sollte eine Überraschung sein, antwortete Trump. „Wer kennt sich mit Überraschungen besser aus als Japan?“, fragte der US-Präsident und sorgte für Gelächter im Raum.

„Warum haben sie mir nichts über Pearl Harbor gesagt?“, fragte Trump an die Japaner gerichtet. Er glaube, Japan setze noch viel stärker auf Überraschungen als die USA. Takaichi richtete sich daraufhin sichtlich angespannt in ihrem Sessel auf und blickte mit großen Augen in die Richtung ihrer Delegation.

Japan hatte am 7. Dezember 1941 den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii bombardiert. Bei dem Überraschungsangriff starben mehr als 2400 Menschen. Die USA traten daraufhin in den Zweiten Weltkrieg ein.

USA und Japan vereinbaren Milliardenprojekt zum Bau von Atomreaktoren

Die weiteren Verhandlungen während des Treffens beeinflusste die Bemerkung des US-Präsidenten aber offenbar nicht. Die beiden Länder haben ein Projekt zum Bau von Atomreaktoren in den US-Bundesstaaten Tennessee und Alabama in Höhe von 40 Milliarden Dollar (34,5 Milliarden Euro) vereinbart. In der am Donnerstag während des Besuchs veröffentlichten gemeinsamen Erklärung wurden zudem Investitionen in Höhe von 33 Milliarden Dollar in Erdgas-Kraftwerksanlagen in den US-Bundesstaaten Pennsylvania und Texas vereinbart.

Die Projekte würden Sicherheit gewährleisten, indem sie „das Wirtschaftswachstum beider Länder beschleunigen“, hieß es in der Erklärung. Die als Small Modular Reactors (SMR) bekannten Mini-Atomreaktoren seien „eine gewaltige, nächste Generation einer stabilen Energiequelle, die die Strompreise für die amerikanische Bevölkerung stabilisiert und die japanisch-amerikanische Führungsrolle im globalen technologischen Wettbewerb stärkt“.

Japan hatte im Juli vergangenen Jahres als Gegenleistung für niedrigere Zölle Investitionen in Höhe von 550 Milliarden Dollar in den USA zugesagt. Mitte Februar kündigten japanische Unternehmen in einem ersten Teilbetrag Investitionen in Höhe von insgesamt 36 Milliarden Dollar an.

dpa/afp/saha

Source: welt.de

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