
RasenBallsport Leipzig muss wegen seiner anhalten Auswärtsschwäche um die Teilnahme an der kommenden Champions League bangen. Auch beim FC Augsburg gelingt den favorisierten Sachsen kein Sieg. Viel zu wenig, bemängelt Nationalspieler Raum.
Trainer Marco Rose hat mit RB Leipzig eine weitere enttäuschende Vorstellung in der Fußball-Bundesliga abgeliefert. Das offensiv trostlose 0:0 der Sachsen beim FC Augsburg, der zum sechsten Mal nacheinander ungeschlagen blieb, war zum Auftakt des 22. Spieltags beileibe keine Empfehlung für den nächsten Einzug in die Champions League.
Fünf Auswärtsspiele in Serie konnten die Sachsen in der Bundesliga nicht gewinnen, hinzu kam eine Niederlage in der Champions League bei Sturm Graz. Der VfB Stuttgart könnte die Leipziger am Samstag mit einem Heimsieg gegen Wolfsburg von Platz vier verdrängen.
„Wir brauchen mehr Durchschlagskraft vorn, sind nicht zwingend genug“, sagt Torwart Peter Gulacsi nach Abpfiff. Und Nationalspieler David Raum meinte: „Unser Anspruch ist es, hier drei Punkte zu holen. Wir sind nicht torgefährlich genug. Das ist nicht dem würdig, wozu wir eigentlich fähig sind.“
Roses Team bot einen Fußball, der mit der von Tempo, Energie und Pressing geprägten Red-Bull-DNA wenig zu tun hatte. Die Gäste hatten am Ende sogar erst Glück, dass Augsburgs Frank Onyeka aus 13 Metern in zentraler Position den Ball am Leipziger Tor vorbeischoss (82.). Und dann waren sie im Pech, als der eingewechselte Kosta Nedeljkovic in der Nachspielzeit an die Latte köpfte. Den insgesamt 28. Saisonpunkt verdiente sich Augsburg mit ordentlicher Arbeit.
Xavi Simons enttäuscht
In Ballbesitz fehlte es dem Tabellenvierten an fußballerischen Ideen und Überraschungsmomenten. Großchancen erspielten sich die Gäste um den auch wenig kreativen Xavi Simons nicht. Von Stürmer Benjamin Sesko war nichts zu sehen. Loïs Openda saß etwas über eine Stunde lang auf der Bank, bis er den wirkungslosen Christoph Baumgartner als zusätzlicher Stürmer ablöste. Der Joker stach aber auch nicht.
Abwehrspieler Lutsharel Geertruida schoss in der ersten Hälfte einmal gefährlich aus der Distanz (11. Minute). Nationalspieler David Raum prüfte FCA-Torwart Finn Dahmen (28.). Aber echten Druck baute Roses Mannschaft nur in einigen Mini-Phasen nach der Halbzeitpause auf.
Dahmen reagierte allerdings gut bei einem Abschluss von Ex-Nationalspieler Lukas Klostermann, der den gesperrten Willi Orban als Abwehrchef vertrat (47.). Und Simons verfehlte das Augsburger Tor nur knapp aus 18 Metern (49.). Der Wille, den wichtigen Auswärtssieg zu erzwingen, war nicht zu erkennen.
Augsburg fordert Handelfmeter
Und die Augsburger? Sie standen vor 28.260 Zuschauern defensiv kompakt und waren offensiv sogar hin und wieder zielstrebig. Dazu forderten sie einmal vehement, aber vergeblich einen Elfmeter, als Leipzigs Ridle Baku der Ball im Zweikampf mit Marius Wolf an den angelegten Oberarm prallte (25.).
Der umtriebige Alexis Claude-Maurice zwang Leipzigs erfahrenen Schlussmann Peter Gulacsi in der 39. Minute mit einem tückischen Aufsetzer zu einer Parade. In der zweiten Hälfte kam der im Mittelfeld sehr präsente Kristijan Jakic zu einer Kopfballchance, doch Gulacsi war wieder auf dem Posten (73.).
dpa/SUF
Source: welt.de