Tricia Tuttle bleibt Berlinale-Intendantin

Stand: 04.03.2026 • 15:32 Uhr

Über die Zukunft von Berlinale-Chefin Tuttle gab es in den vergangenen Tagen viele Spekulationen. Jetzt ist klar, sie darf bleiben – muss aber Vorgaben akzeptieren. Dazu gehört die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes.

Tricia Tuttle bleibt Chefin der Berlinale, muss aber Vorgaben akzeptieren. Geplant sind ein „beratendes Forum“ sowie die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes für alle Kulturveranstaltungen des Bundes, wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Mittwoch nach einer Krisensitzung im Kanzleramt mitteilte.

In den vergangenen Tagen war über die Zukunft der Filmfest-Chefin spekuliert worden. Nach Darstellung von Weimer hatte Tuttle auch von sich aus ihre Zukunft bei der Berlinale infrage gestellt. „Sie sagte mir und auch meinem Amtschef […], sie könne in dieser vergifteten Atmosphäre und ihren politischen Spannungen die Berlinale kaum weiterführen“, sagte Weimer der „Rheinischen Post“. Beide hätten offen über die schwierige Situation gesprochen, so der Kulturstaatsminister.

Debatten über Krieg in Gaza und Israel

Tuttle sagte der dpa, als sie am Dienstag vergangener Woche mit dem Staatsminister gesprochen habe, habe sie sich die Frage gestellt, ob sie in einem Umfeld, in dem ihre Führungsrolle und die Integrität der Berlinale öffentlich in Zweifel gezogen würden, weiter effektiv arbeiten könne. „Wir diskutierten die Möglichkeit meiner einvernehmlichen Kündigung“, so Tuttle. Das seien ehrliche Gespräche gewesen.

Hintergrund waren Debatten über mögliche Positionierungen zum Krieg in Gaza und Israel während des Filmfestivals. So hatte etwa der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der Bundesregierung auf der Bühne vorgeworfen, Partner „des Völkermords im Gazastreifen“ zu sein.

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Von Bauer bis Tuttle: Diese Persönlichkeiten haben die Berlinale geleitet

Sendung: rbb24 Inforadio, 04.03.2026, 15:00 Uhr

Source: tagesschau.de