Die Flaute am Biermarkt bringt zunehmend kleine Traditionsbrauereien in Bedrängnis. In Regensburg soll die Brauerei Bischofshof, die derzeit 56 Mitarbeiter beschäftigt, Ende 2026 geschlossen werden. Erhalten werden soll aber die seit 1973 zu Bischofshof gehörende Klosterbrauerei Weltenburg, die samt Logistikabteilung 21 Mitarbeiter zählt. Nach eigener Aussage ist Weltenburg die älteste Klosterbrauerei der Welt, seit dem Jahr 1050 soll am Donaudurchbruch Bier gebraut worden sein.
Auf die Neuordnung hat sich das Bistum Regensburg als Eigentümer von Bischofshof und Weltenburger mit der bayrischen Brauerei Schneider Weisse geeinigt. Die im nahegelegenen Kelheim ansässige Familienbrauerei Schneider Weisse übernimmt im kommenden Jahr die Markenrechte an „Bischofshof“ und „Weltenburger“. Die Biermarke Bischofshof soll künftig am Stammsitz von Schneider in Kelheim gebraut werden. Der Standort Regensburg soll geschlossen werden. Für die Mitarbeiter in Regensburg soll eine „sozialverträgliche Lösung“ gefunden werden. Die kleine Braustätte im Kloster Weltenburg soll dagegen erhalten bleiben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Brauereien Schneider Weisse und Bischofshof kooperieren schon seit Jahren.
In der lokalen Presse ist von einem „Paukenschlag“ die Rede. Hintergrund ist der seit Jahren sinkende Bierabsatz in Deutschland. Das Schrumpfen des Marktes hat sich zuletzt noch beschleunigt. Nach ersten Schätzungen sank der Absatz der deutschen Brauereien im vergangenen Jahr auf 77,5 Millionen Hektoliter, das sind rund fünf Millionen Hektoliter weniger als im Jahr zuvor – laut Branchenkennern war es der größte Mengenverlust seit 75 Jahren. Der deutsche Biermarkt hat damit innerhalb von 15 Jahren rund ein Viertel seines Absatzes verloren.
Angesichts der schwierigen Lage der Branche, zeigen sich die Beteiligten zufrieden mit der jetzt gefundenen Lösung: „Fakt ist: Auf uns alleine gestellt, war ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb der Marken trotz aller Anstrengungen und guten Weichenstellungen der letzten Monate nicht mehr möglich“, sagt der bisherige Geschäftsführer von Bischofshof und Weltenburger Till Hedrich.
Immerhin habe die komplette Geschäftsaufgabe oder die Zerschlagung durch einen Investor ohne Bezug zur Region abgewendet werden können. Der Abt des Klosters, Thomas Maria Freihart, lässt sich mit den Worten zitieren: „Wir sind sehr froh, dass mit der jetzt gefundenen ‚bayerischen Lösung‘ auch der Weiterbetrieb der ältesten Klosterbrauerei der Welt für die Zukunft gut abgesichert ist“. Insgesamt gibt es in Deutschland nur noch rund zehn echte Klosterbrauereien.