Tötung wohnhaft bei ICE-Einsatz: FBI soll Beweismittel zur Tötung von Alex Pretti zeitweilig ausschließen

Strafverfolger im US-Bundesstaat Minnesota werfen der Bundespolizei FBI Intransparenz bei den Ermittlungen zur Tötung des Demonstranten Alex Pretti in Minneapolis Ende Januar vor. Das FBI teile weder Beweismittel noch gesammelte Informationen, teilte das Bureau of Criminal Apprehension (BCA), die Strafverfolgungsbehörde Minnesotas, mit. 

Das Vorgehen sei besorgniserregend und beispiellos, beklagte das BCA. Dabei hatte die Behörde bereits vor einem Monat ähnliche Vorwürfe gegenüber dem FBI erhoben. Damals ging es um den Fall Renée Good. Die Autofahrerin war wenige Wochen vor Pretti, ebenfalls in Minneapolis, von einem Bundesbeamten der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden. 

Nach BCA-Angaben haben die Strafverfolger aus Minnesota in beiden Fällen sowie im Fall eines im Januar in Minneapolis erschossenen venezolanischen Bürgers mehrere Anfragen an das FBI und das US-Justizministerium gestellt, wie der Sender CBS berichtet. Sie seien unbeantwortet geblieben. 

Tötungen von US-Bürgern bei ICE-Abschieberazzien

Mit Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump sind Personalstärke und Befugnisse von ICE erweitert worden. Die Einwanderungsbehörde und der US-Grenzschutz CBP sollen irreguläre Migranten aufspüren, festnehmen und abschieben. In den vergangenen Monaten waren in Minnesota Tausende Einsatzkräfte der beiden Behörden aktiv. 

Dabei wurden mit Renée Good und Alex Pretti erstmals seit Beginn der Abschieberazzien auch US-Bürger von den Bundesbeamten getötet. Berichte und Videoaufzeichnungen der Tötungen belegen, dass es in beiden Fällen keinen objektiv beobachtbaren Grund für die Tötungen gegeben hat. Good war demnach beim Versuch, den Schauplatz einer Razzia mit ihrem Auto zu verlassen, erschossen worden. Pretti, der als Demonstrant gegen einen ICE-Einsatz eine legale Waffe trug, war von den Einsatzkräften bereits vor den Schüssen auf ihn entwaffnet worden. 

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