Für manche sind Aktionstage wie der Black Friday ein Sinnbild des Überkonsums und der Umweltbelastung. Für andere ist er eine willkommene Gelegenheit, um sinnvolle Alltagsgegenstände oder auch Weihnachtsgeschenke günstiger zu kaufen. Aber Vorsicht: Einige Angebote entpuppen sich auf den zweiten Blick als Reinfall. Doch wie erkennen Sie wahre Schnäppchen? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wann ist Black Friday 2025?
Rabattaktionen zu Black Friday finden immer kurz vor der Weihnachtszeit am letzten Freitag im November statt. Dieses Jahr fällt der Black Friday auf Freitag, den 28. November 2025. Die kommende Woche startet mit dem Cyber Monday am 1. Dezember 2025 und läutet die Cyber Week danach ein.
Ursprünglich beschränkten sich diese auf Aktionen bei Onlinehändlern, während sich der stationäre Handel auf den Black Friday fokussierte. Die Trennung verschwimmt aber immer mehr. Mittlerweile starten Black- Friday-Angebote sogar schon Anfang November.
Wie viel können Sie beim Black Friday wirklich sparen?
Die Preisvergleichsplattform günstiger.de zog in ihrer aktuellen Analyse ein durchwachsenes Fazit. Demnach nimmt die Ersparnis am Black Friday seit Jahren eher ab. Im vergangenen Jahr betrug der durchschnittliche Rabatt drei Prozent. Mit zehn Prozent im Jahr 2022 und fünf Prozent im Jahr 2023 waren die Preisnachlässe in den Vorjahren deutlich höher.
Trotz dieser Entwicklung rät günstiger.de dazu, am Black Friday zuzuschlagen – vor allem für das Weihnachtsfest. Denn im Dezember 2024 kosteten laut der Analyse mehr als sechs von zehn Produkten mehr als am Aktionstag im November. Eine Woche vor Weihnachten stiegen die Preise um rund fünf Prozent.
Günstiger.de griff für die Auswertung nach eigenen Angaben auf rund 240 Produkte zurück, die im November 2024 auf der Plattform eine besonders hohe Nachfrage hervorriefen. Die Plattform untersuchte über 3.500 Internethändler anhand des jeweils günstigsten Preises am Black Friday und des Vormonatswerts.
Im Gegensatz dazu berücksichtigte die Preisvergleichsplattform Idealo die 100 beliebtesten Black-Friday-Kategorien – konkret mehr als 10.000 Produkte aus rund 1.800 Onlineshops. Dabei zog Idealo nach eigenen Angaben einen Vergleich zwischen den durchschnittlich günstigsten Angebotspreisen für ein Produkt auf Idealo am Black Friday 2024 und den durchschnittlich günstigsten Preisen im Oktober 2024. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Ersparnis betrug sieben Prozent.
Welche Produkte sind besonders günstig?
Je nach Produktkategorie und Artikeln fiel die Ersparnis in der Vergangenheit sehr unterschiedlich aus. Der Auswertung von günstiger.de zufolge konnten Verbraucherinnen und Verbraucher 2024 prozentual am stärksten beim Kauf von Smartwatches sparen (sechs Prozent), gefolgt von Gaming-Produkten (fünf Prozent) sowie Smartphones, Computerartikeln und Spielwaren (jeweils drei Prozent).
Den geringsten durchschnittlichen Rabatt wiesen Haushalts- und Audiogeräte (zwei Prozent) und Fernseher (ein Prozent) auf. Wer nach Parfüms und Werkzeugen Ausschau hielt, durfte sogar überhaupt keinen Preisvorteil erwarten.
Laut Idealo lohnte sich 2024 vor allem der Kauf von Computermäusen (minus 19 Prozent), Haarentfernern (18 Prozent) und Fernsehern (17 Prozent). Absolut in Euro durften sich die Verbraucherinnen und Verbraucher am meisten über eine Ersparnis von 401 Euro beim Kauf von E-Bikes freuen. Fernseher kamen auf einen durchschnittlichen Rabatt von 178 Euro und Systemkameras von 149 Euro.
„Der Black Friday lohnt sich vor allem für Weihnachtsgeschenke“, rät Markus Husemann-Kopetzky. Er hat früher für Amazon gearbeitet und das Price Management Institute gegründet. Seine Kritik: Die Analysen von Idealo und günstiger.de geben nur die Durchschnittswerte der Produkte an. Aussagekräftiger wären die Daten aus seiner Sicht, wenn eine Durchschnittsersparnis der wichtigsten Händler und Shops sowie wichtigsten Produkte berechnet werden würde.
Tipp 1: Bereiten Sie sich auf den Black Friday vor
Unzählige Angebote locken Konsumenten. In Sekundenschnelle können ein neuer Smart TV, eine Heißluftfritteuse und ein neuer Wintermantel mit Rabatten gekauft werden. „Vor dem Black Friday sollten Sie sich gut informieren und genau überlegen, was Sie möchten“, rät Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Durch Tricks der Händler könne man auch mehr bezahlen oder zu Fehlkäufen verleitet werden. Wenn wir etwas billiger kaufen, wird mehr Dopamin, auch „Glückshormon“ genannt, ausgeschüttet. Also Konsum als kurzfristiger Glücksersatz.
Neun von zehn Deutschen kaufen von Zeit zu Zeit Dinge, die sie im Nachhinein als Fehlkäufe bezeichnen, wie eine Studie des Instituts für Marktentscheidungen (NIM) aus dem Jahr 2023 zeigt. Innerhalb von zwölf Monaten wurden so neun Milliarden Euro ausgegeben. Solche impulsiven Käufe kann man meiden, indem man sich zuvor alle geplanten Einkäufe aufschreibt. So behält man eine Übersicht und hat auch Ausgaben im Blick.
Hilfreich kann es auch sein, sich nicht auf konkrete Produkte, wie den Fernseher einer bestimmten Marke, festzulegen, sondern eine Produktkategorie im Blick zu behalten. Verbraucher können anstatt nach einem konkreten Modell eines Fernsehers nach den gewünschten Eigenschaften innerhalb des eigenen Preisrahmens suchen.
Denn Produkte von großen Marken sind zwar oft stark reduziert, aber weiterhin teurer als Vergleichbares von unbekannteren Unternehmen. Gleichzeitig sollten solche Anschaffungen auch von guter Qualität sein, damit sie mehrere Jahre funktionieren. Eine gründliche Recherche hilft, um auf keine Lockangebote hereinzufallen.
Tipp 2: So erkennen Sie falsche Rabatte
Nicht jeder Rabatt ist ein echter Rabatt. Ein Trick von Händlern ist, dass als Differenz zwischen dem Black-Week-Preis und der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers angegeben wird. So erscheint die Ersparnis oft viel größer, als sie wirklich ist. Tatsächlich seien diese aber als „Mondpreise in Verruf geraten“, wie Buttler von der Verbraucherzentrale erklärt. Kaum ein Händler kassiere sie jemals, oder während des Black Fridays werden sogar falsche Angaben gemacht.
Beispielsweise klagte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg aus diesem Grund gegen Amazon und erhielt im Juli 2025 vom Landgericht München recht. Dabei ging es um Rabattangaben während der Amazon Prime Deal Days. Dagegen wurde Berufung eingelegt. Grundsätzlich gilt: Die Preisreduzierung muss sich auf den niedrigsten Verkaufspreis der vergangenen 30 Tage beziehen.
Tipp 3: Vergleichen Sie die Preise vor dem Kauf richtig
„Der Wettbewerb ist extrem aggressiv“, betont Husemann-Kopetzky. Angebote können sich aus seiner Sicht sehr schnell ändern. Daher wird geraten, angebliche Rabatte über einen längeren Zeitraum genau zu überprüfen.
Das gelingt durch Vergleichsportale wie Idealo, die eine Preishistorie für einzelne Produkte abbilden. War dieses im Vormonat genauso billig wie am Black Friday, gibt es für Konsumenten keinen Druck, dieses genau jetzt zu kaufen. Doch auch auf den Portalen gibt es Unterschiede. Auf Idealo starten zum Beispiel die Angebote für ein Apple iPhone 17 mit 256 Gigabyte Speicher, Farbe schwarz ab 889 Euro, auf der Konkurrenzplattform Geizhals ab 922 Euro. Deshalb rät die Verbraucherzentrale dazu, auf der Suche nach dem günstigsten Preis mindestens zwei Suchmaschinen zu nutzen.
Tipp 4: Nicht unter Druck setzen lassen
Angebote, die es nur in einem bestimmen Zeitfenster und unter bestimmten Bedingungen gibt sowie geringe Lagerbestände sind Marketingwerkzeuge, um zögernde Konsumenten zum Kauf zu verleiten. „Viele lassen sich davon lenken und kaufen dann mehr, als sie eigentlich möchten“, sagt Buttler.
Konsumenten sollten nicht vorschnell zuschlagen – sondern das Angebot in Ruhe prüfen. Selbst wenn man einmal ein Schnäppchen verpasst haben – meist kommen diese wieder. Wer doch einen Fehlkauf gemacht hat, kann bei diesem das Widerrufsrecht nutzen, das in der Regel für Onlineshops ohne Angaben von Gründen für 14 Tage gilt.
Tipp 5: Vorsicht vor Angeboten von falschen Händlern
Auf Amazon bieten dubiose Händler seit Jahren Produkte zu günstigen Preisen. Doch in den vergangenen Jahren gab es mehrfach falsche Angebote, wie die Verbraucherzentrale warnt. Die Ware ist nach Bezahlung nie eingegangen. Besonders an großen Rabatttagen ist die Verwechslungsgefahr mit Fakeshops größer.
Daher gilt: Einen Händler vor einem Kauf genau prüfen und vorzugsweise per Rechnung oder Lastschrift zahlen. Um mögliche fragliche Händler zu identifizieren, kann auch der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale hilfreich sein. Dort kann man die URL eingeben und erhält eine umfassende Einschätzung.
Wie wichtig ist der Black Friday für die Shoppingwelt?
Die Datenfachleute des Marktforschungsunternehmens NIQ rechnen mit einem der stärksten Handelsimpulse des Jahres für Produkte des täglichen Bedarfs, die Händler schnell und in großen Mengen zu niedrigen Preisen verkaufen (FMCG). Im vergangenen Jahr spülte die Aktionswoche vor dem Black Friday im Durchschnitt fast 80 Prozent mehr Umsatz in die Kassen als eine typische Woche im Rest des Jahres für diese Produktgruppe. „2025 bietet eine günstige Ausgangslage für viele Segmente“, äußerte sich Alexander Dehmel, NIQ-Technikfachmann in einer Mitteilung. Vor allem die Telekommunikation und Unterhaltungselektronik könnten profitieren.
Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) untermauert die Bedeutung der Aktionstage. Allerdings deuten die Ausgabeabsichten erstmals auf einen leichten Umsatzrückgang hin. Für den Black Friday und den darauffolgenden Cyber Monday rechnet der HDE in diesem Jahr mit einem Umsatz von voraussichtlich fast sechs Milliarden Euro für preisreduzierte Waren. Das ist ein Minus von fast zwei Prozent im Vergleich zu 2024. Vor allem wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage in Deutschland ist die Konsumlaune laut HDE getrübt.
Source: faz.net