Teures Wohnen: Die Jugend im Teufelskreis welcher hohen Mieten

Für viele junge Menschen beginnt das Erwachsenenleben mit einem Schlüssel: dem Wohnungsschlüssel zur ersten eigenen Wohnung oder WG. Doch der ist sehr teuer geworden. Knapp 60 Prozent der jungen Leute hierzulande, die ihre eigenen Wohnkosten tragen und nicht mehr kostenlos bei den Eltern leben, zahlen monatlich 600 Euro oder mehr für das Wohnen. Für jeden Dritten sind es sogar mindestens 800 Euro.

Die Zahlen stammen aus einer Studie zur Jugend in Deutschland, für die alljährlich 14- bis 29-Jährige befragt werden. Die Ergebnisse verdeutlichen: Die Krise auf dem Wohnungsmarkt trifft junge Menschen besonders hart. Sie ziehen häufig um, für das Studium oder den ersten Job – und stoßen dadurch verstärkt auf die steigenden Neuvertragsmieten und das knappe Angebot.

Dadurch entsteht ein frustrierender Teufelskreis: Je höher die Miete ist, desto weniger Geld bleibt am Monatsende übrig, um zu sparen, und desto weiter rückt der Traum vom selbst gekauften Eigenheim in die Ferne. Für viele sind die hohen Mieten auch eine mentale Belastung: Mehr als 40 Prozent fürchten laut der Studie, dass sie sich ihre Wohnkosten künftig nicht mehr leisten können.

Das Problem endet nicht beim Einzelnen. Auch für die Volkswirtschaft ist das schlecht. Von jungen Arbeitskräften wird erwartet, dass sie flexibel sind und Jobchancen in anderen Städten ergreifen. Diese Mobilität schwindet. Die aktuelle Lage am Wohnungsmarkt führt dazu, lieber dort zu bleiben, wo man gerade ist, und bloß kein Risiko einzugehen.

Die Lösung ist bekannt: Es braucht mehr Wohnungen. Klar ist, dass sich diese nicht einfach herbeizaubern lassen. Als Ausrede für politische Untätigkeit darf dieses Argument aber nicht gelten. Je weiter der Wohnungsbau stockt, desto mehr Chancen gehen für junge Menschen verloren.

Source: faz.net