Teheran leugnet RaketenangriffeIran will Beziehungen zu Golfstaaten überprüfen
16.03.2026, 01:34 Uhr
Nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran beschießt das Mullah-Regime auch die Golfstaaten mit Raketen. Der iranische Botschafter in Saudi-Arabien bestreitet eine Beteiligung seines Landes. Insgesamt müsse das Verhältnis zu den Nachbarn auf den Prüfstand.
Der Iran hält angesichts des Krieges mit den USA und Israel eine Neubewertung der Beziehungen zu den arabischen Golfstaaten für notwendig. Dies antwortete Irans Botschafter Aliresa Enajati in Saudi-Arabien der Nachrichtenagentur Reuters auf die Frage, ob er besorgt sei, dass die Beziehungen durch den Krieg Schaden nehmen würden. „Das ist eine berechtigte Frage, und die Antwort mag einfach sein. Wir sind Nachbarn und können nicht ohne einander auskommen; wir werden eine ernsthafte Überprüfung benötigen“, erklärte Enajati in der schriftlichen Stellungnahme.
„Was die Region in den vergangenen fünf Jahrzehnten erlebt hat, ist das Ergebnis eines ausgrenzenden Ansatzes und einer übermäßigen Abhängigkeit von externen Mächten“, schrieb der Botschafter. Er plädierte für eine engere Zusammenarbeit von Staaten der Golfregion.
„Iran ist nicht für diese Angriffe verantwortlich“
Seit Beginn des Krieges am 28. Februar sahen sich die arabischen Golfstaaten mehr als 2000 Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt. Ziele waren neben US-Einrichtungen auch kritische Infrastruktur wie die saudische Raffinerie Ras Tanura und das Ölfeld Schaiba. Enajati bestritt eine Beteiligung Teherans an diesen Attacken. „Der Iran ist nicht die für diese Angriffe verantwortliche Partei, und wenn der Iran sie ausgeführt hätte, hätte er dies angekündigt“, betonte der Diplomat. Der Iran greife lediglich US-amerikanische und israelische Ziele an. Enajati äußerte sich nicht dazu, wer seiner Auffassung nach für die Angriffe verantwortlich ist. Der Botschafter bekräftigte die Forderung seines Landes, die USA und Israel müssten ihre Angriffe auf den Iran einstellen.
Saudi-Arabien und der Iran hatten ihre diplomatischen Beziehungen erst 2023 nach jahrelanger Feindschaft wieder aufgenommen. Enajati erklärte, er stehe persönlich in ständigem Kontakt mit Vertretern seines Gastlandes. Die Beziehungen entwickelten sich in vielen Bereichen.
Source: n-tv.de