Teheran kündigt Vergeltung anIsrael greift wichtige Gasanlagen im Iran an
18.03.2026, 14:53 Uhr
Eskalieren im Iran-Krieg die Attacken auf die Energieinfrastruktur in der Region? Nach einem israelischen Angriff auf das größte Gasfeld der Welt kündigen die iranischen Revolutionsgarden Vergeltungsschläge gegen Öl- und Gasanlagen in mehreren Golfstaaten an.
Israel hat im Krieg gegen den Iran Medienberichten zufolge Teile der Gasindustrie am Persischen Golf bombardiert. Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr. Die Bombardierungen könnten weiteres Eskalationspotenzial in dem Krieg haben.
Die Zeitung „Times of Israel“ meldete unter Berufung auf Regierungskreise, dass die Luftwaffe die iranische Gasproduktion im Süden des Landes angegriffen habe, darunter die größte derartige Anlage in der Provinz Buschehr. Laut dem Portal „Axios“, das sich ebenfalls auf Regierungskreise bezog, sollen die Attacken mit den USA abgestimmt und koordiniert gewesen sein.
Die mit den iranischen Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlichte eine dringende Warnung an die Bevölkerung in mehreren Golfstaaten. Darin werden die Menschen aufgefordert, wichtige Öl- und Gasstandorte in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar unverzüglich zu verlassen, da diese zu „direkten und legitimen Zielen“ geworden seien, die innerhalb weniger Stunden angegriffen werden könnten.
Experte: Angriffe treffen „gewöhnliche Iraner“
Bei Asalujeh am Persischen Golf liegt mit „South-Pars“ das größte Gasfeld der Welt, das sich der Iran mit Katar teilt. Die Region ist zentral für den iranischen Energiesektor und deckt etwa 70 Prozent der heimischen Gasversorgung. Mehrere Industriebereiche der Gasförderung seien getroffen worden, berichtete Tasnim unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Buschehr. Die Behörden warnten die Bevölkerung davor, sich den attackierten Orten zu nähern.
Fast das gesamte vom Iran geförderte Erdgas sei für den heimischen Gebrauch bestimmt, schrieb der Iran-Experte Mohammad Ali Shabani auf X. Die Angriffe zielten folglich darauf, „langfristig die Stromversorgung und die Versorgung mit Kochgas für Millionen gewöhnliche Iraner zu untergraben“.
Die Ölindustrie im Iran ist vor allem in der weiter westlich gelegenen Provinz Chusestan angesiedelt. Die iranische Staatsführung erzielt durch den Ölverkauf ihre wichtigsten Einnahmen – mit China als bedeutendstem, wenn auch inoffiziellem Abnehmer.
In der zweiten Woche des Krieges hatte Israels Luftwaffe bereits Öldepots in Teheran bombardiert und in Flammen gesetzt. Experten warnten damals vor massiven auch langfristigen Umweltschäden. Die Weltgesundheitsorganisation warnte vor der Gefahr einer Kontamination von Lebensmitteln, Wasser und Luft. Die iranische Militärführung drohte im Gegenzug mit Angriffen auf Ölanlagen in der Golfregion.
Source: n-tv.de