Tech-Milliardär: Peter Thiel hält in Rom Vorträge droben den Antichristen – welches dahintersteckt


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Vor den Toren des Vatikans hält Peter Thiel eine religiöse Vortragsreihe. Die Veranstaltungen sind einem exklusiven Kreis vorbehalten – und der Inhalt ist streng geheim.

Mit seiner Unterstützung für Donald Trump hat Peter Thiel für Wirbel gesorgt, auch seine ablehnenden Äußerungen zur Demokratie machen ihn umstritten. Jetzt begibt sich der Tech-Investor aus den USA mit deutschen Wurzeln (geboren in Frankfurt am Main) auf religiöse, nicht weniger fragwürdige Pfade.

In Rom hielt Thiel an vier Abenden Vorträge zum Thema „Antichrist und Apokalypse“. Laut Medienberichten soll dabei strengste Geheimhaltung herrschen. Etwa hundert Gäste sind geladen, die Veranstaltung fand in einem Palazzo aus der Renaissance-Zeit im Zentrum von Rom statt. Der Ort sei den Besuchern aber erst kurz vor Beginn mitgeteilt worden. Handys sind verboten, Mitschriften ebenfalls.

Strenge Vorschriften bei Vortrag von Peter Thiel

Viele junge Männer hätten daran teilgenommen, beobachtete die „New York Times“. Veranstalter ist die konservative katholische Kulturvereinigung „Vincenzo Gioberti“, die nach eigener Aussage „Forschung und Begegnungen, die auf der großen Tradition des klassischen und christlichen Denkens basieren“, fördert. 

Der Antichrist gilt in der Bibel als Widersacher von Jesus Christus und der Christen. In der Offenbarung des Johannes wird er als „Tier“ bezeichnet, das mit brutalen Mitteln große (politische und religiöse) Macht ausübt, die Gläubigen verfolgt, am Ende aber besiegt wird. 

Was genau Thiel bei seinen Vorträgen in Rom zu diesem Thema gesagt hat, ist bisher nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Auch Journalisten, die dabei waren, halten sich an die Verschwiegenheitspflicht – ansonsten sollen 10.000 Euro Geldstrafe drohen. 

Peter Thiel sieht den Antichrist in einer Weltregierung

Klar ist jedoch: Thiel, vor allem durch seine Rolle als Investor beim umstrittenen Tech-Unternehmen Palanti bekannt, beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Antichristen. Das zeigen vorherige Veröffentlichungen und Vorträge. Er sieht ihn nicht unbedingt als einzelne Figur, sondern in einer Art totalitärer Weltregierung kommen, die den Menschen Schutz vor Krieg und Katastrophen verspricht. In der heutigen Gesellschaft identifiziert Thiel „Agenten des Antichristen“, die diese Herrschaft vorbereiten – dazu gehören Klimaaktivisten ebenso wie Technologie-Kritiker. 

Den technischen Fortschritt begreift Thiel als einen Mechanismus, der den Antichristen aufhalten kann. In erster Linie seien das im Moment die USA, so hat er es bisher dargelegt, besonders das Silicon Valley – im Endeffekt also unter anderem er selbst und seine Unternehmen.

Thiels Gastgeber, die Kulturvereinigung „Vincenzo Gioberti“, charakterisierte das Thema seines Vortrags in einer Pressemitteilung als „die Erkenntnis, dass in unserer Gegenwart mehr oder weniger okkulte Kräfte unaufhörlich am Werk sind, entschlossen, das, was vom Westen, der uns so teuer ist, noch übrig ist, zu zerstören und das Schicksal der Menschheit und ihre Würde zu verpfänden“.

Allerdings haben sich bereits einige katholische Institutionen von Thiels Auftritt distanziert, berichtet CNN – auch wenn inhaltlich wenig darüber bekannt ist. Außerdem gab es am Rande der Vorträge Protestveranstaltungen.

epp

Source: stern.de