Taiwan: China testet erneut Kampfbereitschaft rund um Taiwan

China hat erneut
eine groß angelegte Militärübung rund um Taiwan begonnen. Die Manöver seien als „ernste
Warnung“ vor separatistischen und „sich von außen einmischenden“ Kräften zu
verstehen, die Taiwans Unabhängigkeit fördern wollten, hieß es in einer Erklärung
des Ostkommandos der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Es handele sich um eine
legitime und notwendige Aktion, um die Souveränität und nationale Einheit
Chinas zu wahren.

Geübt werde im
Luft- und Seeraum rund um Taiwan. Im Fokus stünden Patrouillen zur
Gefechtsbereitschaft, das Erlangen umfassender Überlegenheit sowie die Blockade
wichtiger Häfen und Gebiete. Die Manöver finden unter dem Codenamen „Mission Gerechtigkeit 2025“ statt,⁠ teilte
Armeesprecher Shi Yi mit.

See- und Luftgebiete bleiben zehn Stunden lang gesperrt

In einer
separaten Mitteilung kündigte die Volksbefreiungsarmee an, ab Dienstag
Schießübungen in fünf ausgewiesenen Zonen rund um Taiwan abzuhalten.
Unbeteiligte Schiffe und Flugzeuge sollten diese Bereiche meiden. Der See- und
Luftraum werde ab 8.30 Uhr Ortszeit für zehn Stunden gesperrt.

Taiwan
verurteilte die neuen Militärübungen. Chinas Vorgehen untergrabe die Sicherheit
und Stabilität in der Region und stelle eine offene Herausforderung für
internationales Recht und die internationale Ordnung dar, sagte eine
Sprecherin des Präsidialamts. Die taiwanischen Streitkräfte und Sicherheitsbehörden
seien über die Lage umfassend informiert und vorbereitet.

China führt immer
wieder Manöver rund um Taiwan durch. Es ist jedoch das ‌erste Mal,
dass China öffentlich erklärt, ​das
Manöver ziele auch auf die „Abschreckung“
einer ausländischen militärischen Einmischung ⁠ab.

Japan und die USA hatten Chinas Führung verärgert

Das neue
Manöver folgt auf Spannungen mit den USA und Japan. Die japanische
Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hatte die chinesische
Staatsführung im November irritiert
, als sie sagte, ein möglicher Angriff
Chinas auf Taiwan könnte eine militärische Reaktion Japans auslösen. Kurze Zeit
später hatten die USA neue Waffenlieferungen an Taiwan im Wert von ⁠11,1 Milliarden US-Dollar angekündigt. Der geplante US-Rüstungsdeal soll
Mittelstreckenraketen, Haubitzen und Drohnen umfassen. Wenn der US-Kongress zustimmt,
wäre es das größte jemals von den Vereinigten Staaten an Taiwan verkaufte
Waffenpaket.

Die gerade
gestarteten Manöver sind die ersten größeren chinesischen Militärübungen vor
Taiwan seit April. Chinas Armee übt jedoch nahezu täglich mit Kriegsschiffen
und Militärflugzeugen in der Region. China zählt die Inselrepublik zu seinem
Territorium, obwohl Taiwan seit Jahrzehnten eine von Peking unabhängige und
demokratisch gewählte Regierung hat. Die Volksrepublik will sich Taiwan
einverleiben und droht mit dem Einsatz des Militärs, sollte dies nicht auf
friedlichem Wege gelingen.

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