Wir können uns im gerade begonnenen Jahr auf zahlreiche Brückentage, den 100. Geburtstag von Marilyn Monroe, den Überraschungsweltmeister Norwegen bei der Fußball-WM sowie auf fünf deutsche Landtagswahlen freuen. Über deren Ergebnisse hoffentlich auch. Die Prognosen sind düster. Die Demokratie könnte zu den Verlierern des Jahres 2026 gehören. Könnte. Muss sie aber nicht.
Das kleine Superwahljahr beginnt am 8. März mit einer Singularität: dem Abschied des einzigen Ministerpräsidenten der Grünen, Winfried Kretschmann. Nach 15 Jahren im Amt tritt der 77-Jährige nicht mehr an. Nicht wenige bei den Grünen werfen dem einst als liberal-konservativen Vordenker gefeierten Kretschmann vor, nicht rechtzeitig den Posten des Regierungschefs an seinen designierten Nachfolger übergeben zu haben. So muss Cem Özdemir den Wahlkampf nun ohne Amtsbonus bestreiten, was bei einer bescheidenen Ausgangslage in den Umfragen (siehe Grafik) eine mittelschwere Hypothek darstellt.