Südamerika: Trump bestätigt US-Angriff uff Hafengebiet in Venezuela

Die USA haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump einen angeblichen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela angegriffen. „Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden“, sagte Trump vor einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida. Es wäre der ​erste offiziell bekannte Fall, bei dem die USA seit ‌Beginn ihres Vorgehens gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro ein Ziel an Land beschossen hätten.

Die CIA, die US-Regierung und das Pentagon lehnten eine Stellungnahme ab. Auch die venezolanische Regierung äußerte sich zunächst nicht.

Am Freitag hatte Trump in einem Interview des Radiosenders 77 WABC einen
solchen Schlag angedeutet. „Ich weiß nicht, ob Sie es gelesen oder
gesehen haben, sie haben eine große Anlage oder eine große Einrichtung,
von der aus die Schiffe kommen“, sagte Trump dem Sender. „Vor zwei Nächten haben
wir die ausgeschaltet. Wir haben sie also sehr hart getroffen.“ Weitere Details nannte Trump nicht. Auch
Einzelheiten zur Art des Schlags fehlen. 

Die venezolanische Regierung äußerte sich nicht zu dem von Trump
beschriebenen Vorfall, es gibt keine unabhängigen Berichte
aus Venezuela darüber. Nach Angaben der New York Times kritisierte Diosdado Cabello, Venezuelas Innenminister, lediglich monatelangen „imperialen Wahnsinn“ und „Belästigungen, Drohungen, Angriffe, Verfolgungen, Raubüberfälle, Piraterie und Morde“.

Beteiligung der CIA ist offen

Auf die Frage, ob die Central Intelligence Agency (CIA) den Angriff durchgeführt habe, verweigerte Trump einen direkten Kommentar. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf Quellen, dass die CIA Anfang Dezember einen Drohnenangriff auf eine Hafenanlage an der Küste Venezuelas durchgeführt habe.

Der Angriff galt demnach einem abgelegenen Dock, von dem die USA glaubten, dass es von der venezolanischen Bande Tren de Aragua genutzt wurde, um Drogen zu lagern und sie auf Boote zu verladen. Trump hatte zuvor erklärt, dass er die CIA ermächtigt habe, verdeckte Operationen in Venezuela durchzuführen. Auch die New York Times berichtet unter Berufung auf Quellen von einer CIA-Beteiligung an einem Angriff auf Venezuela. 

Die CIA, das Weiße Haus und das Pentagon äußerten sich dazu nicht.

Kritiker sprechen von völkerrechtswidrigen Angriffen in der Karibik

Seit September greift die US-Armee
immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in
der Karibik an. Dabei wurden bereits mehr als hundert
Menschen getötet. Kritiker stufen die Angriffe als
außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein
.

Außerdem wurden in den vergangenen Wochen Soldaten, Kriegsschiffe, ein Flugzeugträger und
ein Langstreckenbomber in die Region nahe Venezuela verlegt. Zuletzt brachten die USA zwei Öltanker unter
ihre Kontrolle

Das Vorgehen begründet die US-Regierung mit dem Kampf gegen Drogenkartelle. Venezuelas Präsident Maduro hingegen sieht dahinter den Versuch, einen Machtwechsel im Land zu erzwingen.

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