Sudan: Sexualisierte Gewalt prägt laut Ärzte ohne Grenzen Krieg im Sudan

Der Krieg im Sudan steht nach fast vier Jahren weiterhin im Zeichen schwerer Menschenrechtsverletzungen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichtete in einer aktuellen Veröffentlichung von sexualisierter Gewalt, die nach ihrer Einschätzung zu einem „prägenden und allgegenwärtigen Merkmal des Konflikts“ geworden ist. Grundlage des Berichts sind nach Angaben von MSF Aussagen von Überlebenden sowie medizinische Daten aus kooperierenden Krankenhäusern und Einrichtungen im Sudan.

Demnach wurden zwischen Januar 2024 und November 2025 in von MSF unterstützten Einrichtungen in Nord- und Süd-Darfur knapp 3.400 Überlebende sexualisierter Gewalt behandelt. Zugleich hob die Hilfsorganisation hervor, dass diese Zahlen das tatsächliche Ausmaß nur teilweise abbildeten, da viele Betroffene Hilfsangebote nicht erreichten. Zudem erschwerten die angespannte Sicherheitslage sowie Stigmatisierung und Scham, aber auch fehlende sichere Hilfsangebote eine angemessene Versorgung.

Ein Fünftel der Überlebenden in der Region sind demnach minderjährige Mädchen. Auch Kinder jünger als fünf Jahre seien missbraucht worden. Drei Prozent der Betroffenen waren laut MSF Männer und Jungen. Sexualisierte Übergriffe, darunter Vergewaltigungen, wurden im Verlauf des Konflikts zwischen der sudanesischen Regierungsarmee SAF und der Miliz RSF nicht nur in Darfur, sondern auch in anderen Landesteilen gemeldet. Insbesondere der RSF wird laut dem Bericht systematische Gewalt gegen nicht-arabische Bevölkerungsgruppen in Darfur vorgeworfen, etwa gegen Massalit, Zaghawa und Fur.

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