Suche könnte Jahrzehnte dauernUmweltministerium vertagt Entscheidung über Atommüll-Endlager
04.03.2026, 10:05 Uhr
Ein Endlager für Atommüll zu finden, gestaltet sich schwierig. Vor wenigen Wochen erklärte Umweltminister Schneider noch, die Suche beschleunigen zu wollen. Im neuen Referentenentwurf ist aber laut einem Medienbericht vom ursprünglichen Zieljahr keine Rede mehr.
Das Bundesumweltministerium nennt kein zeitliches Ziel mehr für die Entscheidung über das geplante Atommüllendlager. Das geht aus einem Referentenentwurf hervor, der dem Deutschlandfunk vorlag. Darin ist das ursprüngliche Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen. Dieses habe sich als nicht realistisch erwiesen, heißt es zur Begründung. Eine gesetzliche Frist sei nicht mit den Anforderungen an das Auswahlverfahren für den bestmöglichen Standort kompatibel.
Bereits vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass die Suche nach einem Standort bis in die 2070er Jahre andauern könnte. Dies hatte ein Gutachten im Auftrag des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung ergeben. Das Bundesumweltministerium hatte daraufhin eigentlich Maßnahmen zur Beschleunigung des Verfahrens angekündigt.
Noch im November hatte Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärt, den Entscheidungsprozess bei der Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager beschleunigen zu wollen. Ihm sei wichtig, bei der Suche „ab 2027 deutlich schneller voranzukommen“, hatte Schneider erklärt. Für Anfang 2026 kündigte er die Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfs an. In Deutschland gibt es 16 Zwischenlager für radioaktive Abfälle.
Source: n-tv.de