In Baden-Württemberg haben die Grünen und die CDU Sondierungsgespräche für die Bildung einer neuen Landesregierung aufgenommen. Auf Einladung der Grünen trafen sich Vertreter der beiden Parteien erstmals im Haus der Katholischen Kirche in der Landeshauptstadt Stuttgart.
Man werde über die Zukunft des Landes sprechen, sagte der Wahlsieger,
Grünen-Politiker Cem Özdemir. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte
der Nachrichtenagentur dpa auf die Frage, ob er von raschen Sondierungen ausgehe: „Ich weiß
nicht, ob Geschwindigkeit das einzige Kriterium ist.“
Zum Verhandlungsteam der Grünen gehören neben Özdemir die Landeschefs Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller sowie
Landtags-Fraktionschef Andreas Schwarz, Finanzminister Danyal Bayaz,
Umweltministerin Thekla Walker und Innenexperte Oliver Hildenbrand.
Das sind die Verhandlungsteams
Für die CDU nehmen Landeschef Manuel Hagel, der aktuelle Landesinnenminister Thomas Strobl, Landesbauministerin
Nicole Razavi, Landesgeneralsekretär Tobias Vogt, der Vorsitzende des
CDU-Bezirks Nordbaden, Moritz Oppelt, der Bezirkschef von
Nord-Württemberg, Steffen Bilger, sowie die angehende Freiburger
Finanzbürgermeisterin Carolin Jenkner an den Gesprächen teil.
Bei der Landtagswahl am 8. März waren die
Grünen mit Özdemir mit 30,2 Prozent
überraschend stärkste Kraft geworden, dicht gefolgt von der
CDU mit 29,7 Prozent. Im neuen Landtag verfügen trotzdem beide Parteien
über jeweils 56 Mandate. Wegen ihres knappen Sieges bei den Zweitstimmen beanspruchen die Grünen das Ministerpräsidentenamt für sich.
Bei sogenannten Sondierungsgesprächen loten die Parteien aus, ob sie
genügend Gemeinsamkeiten finden, um eine Landesregierung zu bilden. Vor
dem Auftakt der Gespräche hatte es auch bereits Treffen von Özdemir und
CDU-Spitzenkandidat Hagel gegeben.