Glaubt man der Linkspartei, macht sich die Regierung die Arbeit unnötig
schwer. Gleich zwei aus ihrer Sicht große Probleme könnte sie der Partei zufolge
mit einem einzigen Instrument gleichzeitig bekämpfen: Die Finanznot des Bundes
einerseits und die enorme Vermögensungleichheit in Deutschland andererseits. Die
Bundesregierung müsste dafür nur etwas wagen, das vor allem für die CDU ein
Tabu ist: Sie müsste in Deutschland die Erhebung der Vermögensteuer wieder einführen.
Um das Potenzial einer solchen Steuer zu beziffern, hat die Linke
Steuerexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einer
Studie dazu beauftragt, ihre Vorschläge für eine Vermögenssteuer
durchzurechnen. Die ZEIT konnte die Untersuchung vorab einsehen: Das
Steueraufkommen würde demnach bei einem einheitlichen Steuersatz von einem
Prozent auf Vermögen ab einer Million Euro theoretisch bei 42 Milliarden Euro
pro Jahr liegen. Bei einem stark progressiven Steuertarif, der hohe Vermögen
mit steigenden Steuersätzen belastet, wie ihn die Linke fordert, wären es sogar
bis zu 147 Milliarden Euro.