Streit zusätzlich Druschba-Pipeline : Orban: Ungarn setzt Gaslieferungen an Ukraine aus

Streit über Druschba-Pipeline Orban: Ungarn setzt Gaslieferungen an Ukraine aus

25.03.2026, 14:14 Uhr

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Die Beziehungen zwischen Budapest und Kiew sind seit langem angespannt – der Rechtsnationalist Orban unterhält enge Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. (Foto: REUTERS)

Erst blockiert Viktor Orban einen EU-Milliardenkredit für Kiew, jetzt legt er nach: Budapest will offenbar seine Gaslieferungen an das Nachbarland einstellen. Hintergrund ist der Konflikt um eine durch die Ukraine verlaufende Pipeline, die derzeit kein russisches Öl mehr nach Ungarn bringt.

Der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um russische Öllieferungen hat sich weiter verschärft. Der ungarische Regierungschef Viktor Orban kündigte an, Gaslieferungen an die Ukraine schrittweise einzustellen. Es seien „nun neue Maßnahmen erforderlich, um die Öl-Blockade zu durchbrechen und die Sicherheit der ungarischen Energieversorgung zu gewährleisten“, sagte Orban in einem im Onlinedienst Facebook veröffentlichten Video.

Nach Angaben der Ungarischen Stiftung für Wirtschaftsforschung (Oeconomus) zählt Ungarn zu den wichtigsten Gaslieferanten der Ukraine. Das Volumen und der Anteil von Erdgas aus Ungarn sind laut einer im Februar veröffentlichten Analyse seit 2022 „stetig gestiegen“. In den ersten zehn Monaten des Vorjahres stieg dieser Anteil demnach von 2,5 Prozent auf 14 Prozent.

Orban bezog sich mit seinen Äußerungen auf die durch die Ukraine verlaufende Druschba-Pipeline, durch die derzeit kein Öl mehr nach Ungarn gelangt. Nach ukrainischen Angaben wurde die Unterbrechung durch bei einem russischen Angriff angerichtete Schäden an der Röhre verursacht.

Die Pipeline transportiert normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Beide Länder haben dafür eine Ausnahme von den EU-Sanktionen auf russisches Öl. Die Lieferungen sind seit Ende Januar ausgesetzt.

Die Pipeline war den ukrainischen Angaben zufolge Ende Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden. Budapest und Bratislava werfen Kiew vor, Reparaturen an der Leitung zu verzögern.

Orban fordert die Wiederaufnahme der Lieferungen. Mit Verweis auf die fehlenden Öllieferungen blockiert er derzeit sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland. In der vergangenen Woche kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an, dass die EU bei der Wiederinbetriebnahme der Druschba-Pipeline helfen werde.

Die Beziehungen zwischen Budapest und Kiew sind seit langem angespannt – der Rechtsnationalist Orban unterhält enge Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Quelle: ntv.de, are/AFP/rts

Source: n-tv.de