Straße von Hormus: Ölpreis steigt spürbar

Im Zuge der US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ist der Ölpreis erneut deutlich angestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich in den ersten Handelsminuten um 14 Prozent und kostete mit 82,37 US-Dollar so viel wie seit Januar 2025 nicht mehr. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte prozentual ebenfalls zweistellig zu.

Nach den zunächst zweistelligen Zuwächsen zum Handelsbeginn gaben die Ölpreise bis 0.30 Uhr wieder einen Teil nach. Sie lagen aber immer noch bei einem Plus von rund neun Prozent.

Hintergrund der hohen Preise sind die Angriffe Israels und der USA auf den Iran und die Tötung des Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein. Mehr als 200 ⁠Schiffe, darunter Öl- und Gastanker, lagen Schiffsdaten ​zufolge am Sonntag vor der Meerenge vor Anker.

Analysten befürchten weiteren Anstieg

Die Staaten des Ölkartells Opec+ hatten am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mahnte mit Blick auf die Versorgung Deutschlands indes zur Gelassenheit. Bezogen auf Flüssiggas ⁠würden „keine signifikanten Mengen“ über ​die Straße von Hormus nach Deutschland importiert, sagte sie.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung kann Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern. Analysten rechnen vor dem Hintergrund der Eskalation im Krieg mit dem Iran mit einem weiteren Preisanstieg um bis zu 100 Dollar und mehr.

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