„Straflosigkeit muss Ende haben“Spaniens Regierungschef will gegen Tech-Giganten durchgreifen
17.02.2026, 14:00 Uhr
Artikel anhören(02:32 min)
Der spanische Ministerpräsident Sánchez sieht in den sozialen Medien eine Gefahr für Kinder. Er schaltet die Justiz ein. X-Eigentümer Elon Musk macht er sich mit seinem Vorgehen nicht zum Freund.
In der Affäre um KI-generierte sexualisierte Bilder wächst der Druck auf Online-Netzwerke. Die spanische Regierung will prüfen lassen, ob die Social-Media-Plattformen X, Meta und Tiktok durch ihre Anwendungen künstlicher Intelligenz möglicherweise Straftaten im Zusammenhang mit der Darstellung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche begehen. Das kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez in einem Beitrag auf X an.
„Diese Plattformen greifen die psychische Gesundheit, die Würde und die Rechte unserer Söhne und Töchter an. Der Staat darf das nicht zulassen. Die Straflosigkeit der Tech-Giganten muss ein Ende haben“, schrieb der linksgerichtete Regierungschef. Der Ministerrat werde noch am heutigen Dienstag die Staatsanwaltschaft einschalten, damit eine Untersuchung eingeleitet werde.
Zu Jahresbeginn hatte die Künstliche Intelligenz (KI) „Grok“ weltweit für Empörung gesorgt. Sie erlaubt es Nutzern, Personen auf hochgeladenen Bildern zu entkleiden oder sie in sexualisierten Posen darzustellen. Diese von der KI manipulierten Bilder wurden auf X und in anderen Online-Netzwerken geteilt.
KI-Nacktbilder generiert
Daraufhin leiteten die Behörden mehrerer Staaten Ermittlungen gegen X und den Grok-Entwickler xAI ein. Beide Unternehmen gehören dem umstrittenen Milliardär Elon Musk. Als Reaktion auf die Untersuchungen beschränkte X den Zugang zu bestimmten Grok-Funktionen auf zahlende Nutzer. Die separate Grok-App generiert auf Aufforderung jedoch weiterhin sexualisierte Bilder.
Sánchez hatte bereits angekündigt, nach dem Vorbild Australiens ein Verbot sozialer Medien für alle Personen unter 16 Jahren einführen zu wollen. Er verglich soziale Medien mit einem gescheiterten Staat, in dem Gesetze missachtet und Verbrechen toleriert würden. X-Eigentümer Elon Musk beleidigte Sánchez daraufhin und schrieb in einem Post mit Kackhaufen-Emoji: „Der dreckige Sánchez ist ein Tyrann und ein Verräter des spanischen Volkes.“
Source: n-tv.de