2025 registrierten die Amtsgerichte 24.064 beantragte Firmeninsolvenzen.
Die Pleitewelle in der deutschen Wirtschaft reißt nicht ab. 2025 ist die Zahl der Insolvenzen deutlich geklettert, auch wenn der Anstieg sich abschwächt. Für dieses Jahr hängt viel vom Iran-Krieg ab.
Creditreform-Erhebung
Insolvenzen auf Zehn-Jahres-Hoch
Vor dem Hintergrund der multiplen Krisen hat sich das Insolvenzgeschehen in Deutschland weiter verschärft, wie eine Studie von Creditreform zeigt. Das gilt sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Mehr Verbraucher-, weniger Großinsolvenzen
Die deutsche Wirtschaft wird seit Jahren von einer Pleitewelle heimgesucht. Auch Verbraucher geraten zunehmend in finanzielle Bedrängnis. 2025 gab es nach Angaben der Statistiker 77.219 Verbraucherinsolvenzen – 8,4% mehr als im Vorjahr.
Konkurs-Chronologie
Mode-Insolvenzen: Diese Verfahren wurden 2025 eröffnet
Die TW hat eine Übersicht der wichtigsten vorläufigen und Haupt-Insolvenzverfahren im DACH-Raum erstellt. Neu: Der Wäschefilialist Herzog & Bräuer rutscht in die Insolvenz. 47% weniger Mode-Großinsolvenzen in diesem Jahr. Der Bademode-Spezialist Adolf Riedl ist ins Schwimmen geraten.
Die Insolvenzstatistik bildet nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen beziehungsweise vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten.
Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ist vorsichtig optimistisch, dass sich die Lage bei den Insolvenzen dieses Jahr etwas bessert. Voraussetzung sei aber, dass der Iran-Krieg in wenigen Wochen endet und die Energiepreise schnell wieder sinken.
Neue Falkensteg-Zahlen
So hat sich die Zahl der Mode-Insolvenzen in diesem Jahr entwickelt
Die Insolvenzentwicklung ist in den drei Quartalen dieses Jahres in eine Normalisierungsphase eingetreten: Die Zahl der Großinsolvenzen von Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 10 Mio. Euro hat sich sowohl in der Mode- als auch in der Einzelhandelsbranche fast halbiert. Über alle Umsatzklassen hinweg sank die Zahl zweistellig. Das hat die Restrukturierungsberatung Falkensteg ermittelt. Die Zahlen im Einzelnen.
„In diesem Fall dürften die Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026 um 3,7% auf 23.100 Fälle sinken und die Verbraucherinsolvenzen leicht um 1% auf 76.500 Fälle zurückgehen“, sagte BVR-Chefvolkswirt Andreas Bley. Im Falle weiter steigender Energiepreise über lange Zeit könnten die Insolvenzzahlen aber dieses Jahr nochmals steigen.